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Wermelskirchen: Böllerverbot wäre schwer zu kontrollieren

Silvester in Wermelskirchen : Böllerverbot wäre schwer zu kontrollieren

Der Bund diskutiert über ein deutschlandweites Böllerverbot an Silvester. Für die Polizei würde das einen größeren Personalaufwand bedeuten. Die Bürgermeisterin will nun erst einmal abwarten.

Im Zuge strengerer Corona-Maßnahmen ist auch ein bundesweites Verbot für das Kaufen und Zünden von Feuerwerkskörpern an Silvester im Gespräch. Die Entscheidung dazu soll am Mittwoch fallen. Polizeisprecher Christian Tholl glaubt nicht an ein generelles Verbot. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Böllern untersagt wird“, so Tholl. Er sieht einerseits die Problematik, dass viele Leute noch Restbestände zu Hause hätten oder Feuerwerkskörper in den Nachbarländern kaufen würden. „Aber gerade im ländlichen Gebiet wäre das Verbot natürlich schwer zu kontrollieren“, sagt der Polizeihauptkommissar.

Nachvollziehbar sei die Intention der Politik in jedem Fall, dass Menschenansammlungen vermieden  und die Kapazitäten der Krankenhäuser geschont werden sollen. Im vergangen Jahr sei die Polizei in der Silvesternacht im gesamten Kreis 88 Einsätze gefahren, zehn davon in Wermelskirchen.

Allerdings glaubt Tholl, dass auch ohne das Feuerwerk viele Menschen auf den Straßen unterwegs wären. Er betont aber, dass die Polizei einem Böllerverbot „offen gegenüber steht“ und auch damit umzugehen wisse, wenn dieses beschlossen würde. „Auch wenn das einen größeren Personalaufwand bedeuten würde“, sagt Tholl.

Erst einmal müsse abgewartet werden, was bei der Konferenz auf Bundesebene entschieden werde, sagt Bürgermeisterin Marion Lück. Für Wermelskirchen könne so lange auch keine Entscheidung getroffen werden. Denn ob letztlich der Bund, die Länder oder sogar die Kommunen Entscheidungshoheit über die Silvester-Regelung hätten, mache sich am Ausgang der Konferenz fest.

„Wir haben in der Verwaltung noch nicht über ein mögliches Verbote und das weitere Vorgehen diskutiert“, sagt Marion Lück. Es ergebe keinen Sinn, verschiedene Szenarien zu entwerfen, wenn sie am Ende doch nicht eintreten würden.