Wermelskirchen: Bienenzuchtverein und Messink tun etwas für die Bienen

Artenschutz in Wermelskirchen : Ein guter Tag für die Bienen

Der Bienenzuchtverein zeigt eine Ausstellung, um Menschen für die kleinen Insekten zu begeistern – und sie dazu zu bewegen, sich für deren Erhalt einzusetzen. Das Autohaus Messink verteilt Wildblumensamen.

Zwei Aktionen mit demselben Ziel: etwas Gutes für die Bienen tun. Der Bienenzuchtverein und das Autohaus Messink haben am Freitag unabhängig voneinander Maßnahmen gestartet, um sich für den Erhalt der Bienen stark zu machen. Das Besondere beim Bienenzuchtverein: Die Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Vereins zeigt faszinierende Bilder von Bienen, die so in der freien Natur kaum zu beobachten sind. Das Besondere bei Messink: dass sich ausgerechnet ein Autohaus für die Umwelt einsetzt.

34 Motive sind seit Freitagmorgen in den Räumen der Stadtsparkasse an der Telegrafenstraße zu sehen. Wer sich dort umschaut, entdeckt Bienen in den unterschiedlichsten Situationen. „Da geht einem das Herz auf“, sagt Erhard Scheidler, der Vorsitzende des Vereins. Sein Lieblingsbild zeigt eine Bienenkönigin, die in einer Detailaufnahme inmitten ihres Bienenvolks zu sehen ist. „Das ist so nah dran. Genial“, sagt Scheidler. Auf anderen Fotos sammeln Bienen Pollen und Nektar an bunten Blüten oder fliegen kreuz und quer durcheinander. „Das sieht chaotisch aus, ist es aber nicht“, sagt Scheidler. Auch künstlerisch anmutende Fotos sind dabei – etwa eines vom „flüssigen Gold“, dem Honig. Drei Wochen lang wird die Ausstellung dort zu sehen sein.

Und warum das Ganze? „Wir müssen dringend mehr auf das Thema Bienen aufmerksam machen“, sagt Scheidler. Das sei nicht nur aktuell, sondern auch brisant. Seit den 1990ern hat sich die sogenannte Varroa-Milbe in Deutschland ausgebreitet. Der Parasit befällt Bienenstämme und frisst die Tiere buchstäblich auf. „Ist ein Bienenstamm befallen, kann er ohne Hilfe nicht überleben“, sagt Scheidler. Deshalb behandeln er und die anderen Mitglieder des Bienenzuchtvereins ihre Bienenstöcke mit einem Gegenmitel. „Bienen sind sehr wichtig für das Ökosystem“, sagt Scheidler. Die meisten aller Nutz-und Wildpflanzen werden von Bienen bestäubt und würden ohne die Insekten absterben. Das sichert die Vielfalt an Nahrungsmitteln, wie wir sie kennen und genießen.

Scheidler hofft, dass möglichst viele Menschen zu den Öffnungszeiten der Sparkasse vorbeikommen und sich von der Ausstellung begeistern lassen. „Bei uns im Bienenzuchtverein sind Interessierte immer herzlich willkommen“, sagt Scheidler. Seit das Thema Klima, Umwelt und auch Bienen im Trend liegt, könne sich der Bienenzuchtverein über regen Zulauf freuen.

Freude ist etwas, dass Scheidler empfindet, wenn er nach Hause kommt. Dann führt ihn sein erster Gang zum Bienenstock. „Die gehören zur Familie“, sagt Scheidler und schmunzelt. Es fasziniert ihn, was in einem Bienenvolk geschieht. Er hofft, dass die Ausstellung dabei hilft, dass noch mehr Menschen dieses Bewusstsein entwickeln.

Wer auch ohne eigenen Bienenstock etwas für die Insekten tun will, kann damit bei den eigenen Gartenpflanzen anfangen. „Damit Bienen etwas von den Blumen haben, brauchen die Blüten einen Pollenkranz“, sagt Scheidler, der seit 1988 Imker ist. Einige Züchtungen haben den nicht mehr, sondern sehen einfach nur noch schön aus. „Die sind zu meiden“, sagt Scheidler. Stattdessen könnte man Wildblumen selbst aussäen.

Chrisoph Messink mit den Tütchen neben der ersten Test-Saat. Foto: Tim Kronner

Eine Idee, die das Autohaus Messink unterstützt. 3000 kleine Päckchen mit Pflanzensamen hat Messink bestellt, die jetzt nach und nach ausgegeben werden. „Und zwar nicht nur an Kunden. Jeder kann hier vorbei kommen und sich völlig kostenlos ein Päckchen Wildblumensamen abholen“, sagt Geschäftsführer Christoph Messink. Kunden bekommen die Samen sogar mit Rechnungen oder Info-Material zusammen nach Hause geschickt. Auch die Mitarbeiter würden bereits fleißig Tüten mit nach Hause nehmen und sich gegenseitig Fotos von den schönsten Blumenbeeten schicken. Die Idee dazu entstand in einem Bayern-Urlaub. „Da hat ein Hotel solche Tütchen verteilt. Das fand ich super“ erzählt Messink.

Eine Tüte reicht für zwei Quadratmeter. Am besten sprießen die Pflanzen direkt in der Erde. Christoph Messink hat auf dem Firmengelände an der Neuenhöhe schon die erste Test-Saat ausgebracht. Nach drei Tagen zeigen sich bereits die ersten kleinen Pflänzchen. „Ich mache das aus Überzeugung und nicht als PR-Aktion“, sagt Messink. Wenn alle Tütchen weg sind, will er nachbestellen und die Aktion im nächsten Jahr wiederholen. Denn wie auf der Tüte steht: „Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch.“

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