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Wermelskirchen: "Bibliothek der Dinge" in der Stadtbücherei

Dinge zum Ausleihen : Bibliothek mit Backform

Besucher der Stadtbibliothek können nicht nur Bücher und Medien, sondern auch ausgefallene Dinge entleihen. Vor allem der Aktenvernichter ist gefragt. Im Repertoire sind auch neue digitale Angebote für Kinder.

Vielleicht kennen Sie das: Das Kind wünscht sich einen Kuchen in Einhornform.  Zu Halloween soll es Grusel-Kekse geben. Und wohin eigentlich mit all den Dokumenten und Akten, bei denen es echt peinlich wäre, wenn sie jemand im Mülleimer findet und liest? Es gibt Dinge, die man eigentlich nicht braucht – bis man sie eben doch braucht. Und dann verstauben sie im Schrank. Das dachten sich auch Bibliotheksleiterin Kathrin Ludwig und ihr Team und riefen die „Bibliothek der Dinge“ auf den Plan.

„Teilen liegt ja voll im Trend“, sagt Ludwig. „Und es ist eben auch nachhaltiger, sich eine Sache erstmal auszuleihen und zu schauen, ob man sie überhaupt mehrmals braucht. Dann kann man sie ja immer noch kaufen.“ „Bibliotheken der Dinge“ gibt es auch schon in anderen Städten wie Köln, Hamburg oder Potsdam.

Ohnehin schon im Bestand der Bibliothek waren die eBook-Reader. Zunächst schaffte die Bibliothek 15 Dinge an – mittlerweile sammeln sich in einer Vitrine im Erdgeschoss um die 30 Gegenstände, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und einige sind bereits vergriffen. Auf den Aktenvernichter habe es große Resonanz gegeben, sagt Ludwig, entliehen waren aber auch schon Keksausstecher und die Backformen, die es unter anderem in den Motiven Dino und Schneemann gibt. Eine Slackline kann man sich in der „Bibliothek der Dinge“ borgen, und eine Nebelmaschine, um auf der nächsten Party für eine ganz besondere Atmosphäre zu sorgen. Ein Fernglas und eine Sofortbildkamera sind auch im Repertoire.

  • Diese beiden Vernissage-Besucher waren ganz angetan
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  • Eine Nachfüllstation, gekennzeichnet durch den Aufkleber.⇥Foto:
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  • Melanie Eilers, Sabine Möllers und Ludwig
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Gefährliche Dinge aber gibt es nicht, erklärt Ludwig, auf eine Bohrmaschine beispielsweise habe man bewusst verzichtet. Die Ausleihe der Gegenstände ist in der Regel  möglich für einen Zeitraum von vier Wochen. Die Besucher müssen allerdings volljährig sein, brauchen einen gültigen Bibliotheksausweis und müssen außerdem einen Haftungsausschluss unterzeichnen. Eine zusätzliche Gebühr entfällt.

Viele Gegenstände in der Vitrine haben dann aber doch einen Medien- oder zumindest einen Lernbezug. Die audiodigitalen Lern- und Kreativsysteme Tiptoi-Stifte und Tonie-Boxen gab es in der Bibliothek schon vorher. Mit den Experimentierkästen „Maker Boxen“ – den wohl teuersten Gegenständen des Sammelsuriums – können Tüftler  die Grundlagen der Elektrotechnik kennenlernen, mit einem 3D-Stift Dreidimensionales gestalten oder einen kleinen Roboter programmieren.

 Daneben gibt es eine Reihe von Erzählkoffern, die klassische Bilderbücher mit Spielfiguren und Materialien kombinieren, die zur Geschichte passen. Die kleinen Besucher sollen so zum Nacherzählen angeregt werden.