Wermelskirchen: Betreuer verkleiden sich als Einhörner

Neues aus der Kinderstadt : Einhörner übernehmen die Kinderstadt

Gestern kam eine Delegation aus Remscheid zu Besuch. Empfangen wurde sie von Kindern und bunt kostümierten Betreuern.

Da staunte die 15-köpfige Delegation der Kinderstadt aus Remscheid nicht schlecht: Sie wurde gestern nicht nur von den Kindern der Wermelskirchener Kinderstadt begrüßt, sondern auch von einer ganzen Reihe Einhörner sowie einem „Einhorn-Jäger“. Letzteren mimte Kinderstadt-„Chef“ Kolja Pfeiffer vom Katt-Kinder- und Jugendbereich. Ein Cowboy-Hut mit Plüsch-Einhorn oben drauf sowie ein Lasso repräsentierten die gut sichtbaren Zeichen des „Einhorn-Jägers“. Die übrigen Kinderstadt-Betreuer verkleideten sich fast alle als kunterbunte Einhörner, hefteten sich sogar glitzernde Strasssteine ins Gesicht.

„Das haben die Kinder am vergangenen Freitag zum Ende der ersten Kinderstadt-Woche so beschlossen“, berichtete Betreuerin Linda Bersch, die ihren Einhorn-Haarreifen den ganzen Tag nicht ablegte. Zum Start der letzten und zweiten Kinderstadt-Woche sollten sich die Betreuer alle kostümieren. Zur Wahl hätten „Helden der Kindheit“ oder eben „Einhörner“ gestanden: „Uns wäre das Helden-Thema lieber gewesen.“ Sogar ein Röckchen in Regenbogenfarben trieb Marcell Zobel, Betreuer von der Firma Ortlinghaus, auf. „Dass sich die Betreuer verkleiden sollen, ist ein alljährlich wiederkehrender Witz der Kinder. Die Kids freuen sich, wenn sie die Betreuer mal foppen können und dabei alle Spaß haben“, erzählte Zobel. Tapfer schlug sich Betreuer Yannick Bergmann. Er war trotz der warmen Witterung in ein Ganzkörper-Plüschkostüm geschlüpft und stellte fest: „Das ist ganz schön warm – drinnen ziehe ich es aus.“ Bergmann war bereits in der vergangenen Woche mit der Remscheider Kinderstadt in Kontakt gekommen, wenngleich die Erinnerung an den Besuch der Wermelskirchener in der Nachbarschaft ihn nicht gerade sehr erfreut. Als Fußballtrainer fuhr Yannick Bergmann mit seinen beiden Teams für zwei Freundschaftsspiele in die Remscheider Kinderstadt, kam dort jedoch nicht über ein Unentschieden hinaus. Die jungen Kicker brachten es auf ein Drei zu Drei (älter als zehn Jahre) und auf ein Eins zu Sechs (unter zehn Jahre).

„Natürlich stehen wir Betreuer bei den Kindern im Fokus. Besonders lustig, auch für uns Mitarbeiter, wird es am Freitag. Dann soll nämlich Kolja Pfeiffer im ‚Wrestling‘ gegen ein Kinderteam antreten“, erzählt Jan Marquardt vom Kinder- und Jugendbereich der Katt. „Noch nicht ganz geklärt ist, ob Kolja in rosa Wäsche antreten muss. Wir haben in jedem Fall über 200 Stimmen, die dafür sind.“

Trotz des Heidenspaßes angesichts der kostümierten Betreuer arbeiteten die Jungen und Mädchen in den Werkstätten gestern fleißig. So war beispielsweise in der Schneiderei eine hohe Konzentration zu beobachten. Die Betreuerinnen Kathrin Wertz und Lina Kiesecker versorgten die Näh-Anfänger mit hilfreichen Tipps: „Wer bei schwarzem Stoff eine gerade Naht mit der Nähmaschine hinbekommen will, sollte blaues Garn verwenden, weil man das besser sieht.“ Ob am Ende nun große Einkaufsbeutel oder kleine Täschchen herauskamen, besonders gefiel den Kindern das Wühlen in großen Stoffkisten, um sich ihren Lieblinsgsstoff herauszusuchen.

Die „Arbeit“ in den Werkstätten wird in der Kinderstadt natürlich belohnt: Für 30 Minuten gibt es drei Kinderstadt-Taler, von denen einer als Steuer an das „Rathaus“ abzuführen ist. Wer viel gearbeitet und gespart hat, wird dafür am morgigen Mittwoch, 25. Juli, belohnt. Dann ruft die Kinderstadt-Sparkasse zum „Spartag“ auf: Geschenke winken denjenigen, die mindestens 60 Taler „auf der hohen Kante“ haben.

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