Wermelskirchen: Bei Stadtwerbung an einem Strang ziehen

Marketing für Wermelskirchen : Bei Stadtwerbung an einem Strang ziehen

Dankmar Stolz, Vorsitzender des Marketingvereins, fordert, dass die Stadt ihre guten Seiten besser vermarkten sollte. Er vermisst eine Vision, eine Positionierung von Politik und Verwaltung, wohin sich Wermelskirchen entwickeln soll.

Nicht nur die Stadt trommelt für Wermelskirchen - auf Tourismusmessen, mit einem neuen Imagefilm und demnächst auch mit einem neuen Internetauftritt. Auch der Marketingverein WiW rückt die Kleinstadt ins rechte Licht - mit Veranstaltungen und Aktionen wie "Das Fest" oder "Hungriger Dellmann", mit der "Bergischen Weihnacht" verbunden mit einer anheimelnden Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt, mit verkaufsoffenen Sonntagen. All dies locke auch auswärtige Besucher in die Stadt. Aber in Sachen Stadtwerbung wünscht sich der WiW-Vorsitzende Dankmar Stolz durchaus mehr und schlägt dabei auch kritische Töne an.

"Es wird über viele Projekte negativ gesprochen, das schadet dem Stadtimage. Wir mischen uns nicht ein, konzentrieren uns auf die positiven Dinge und bewerben unsere Projekte", sagt er.

Dabei habe WiW viel erreicht. Die Weihnachtsbeleuchtung sei aufgepeppt worden, die Bergische Weihnacht wurde reaktiviert, und nicht zuletzt seien die verkaufsoffenen Sonntag als ein Marketingelement extrem wichtig.

Es sei aber auch wichtig, in Sachen Stadtmarketing die Digitalisierung nicht zu verpassen. "Schön wäre eine Parkplatzfinder-App und wären QR-Codes in Läden", sagt Stolz. Damit nennt der Vorsitzende zwei Beispiele, die für Smartphonebesitzer beim Einkaufen hilfreich wären. Denkbar seien auch mehr Onlineshops als Ergänzung zum "realen" Geschäft, "aber der Digitalisierungsgrad der Händler ist sehr unterschiedlich", resümiert Stolz. Seine Idee: Eine Stadt-App könnte über den Einzelhandel informieren, der sich zu einem Online-Shop-System zusammenschließt. "Ein Einkaufsverhalten hat sich geändert, darauf muss man reagieren", appelliert Dankmar Stolz. Außerdem würde der Handel profitieren, wenn er mit verlässlich einheitlichen Kernöffnungszeiten werben könnte.

Mehr Kommunikation der Institutionen untereinander ist in seinen Augen wünschenswert. Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, ließe sich in der Stadt noch mehr bewegen. Dabei könnten die Schokoladenseiten Wermelskirchens stärker ins Blickfeld gerückt werden. "Wermelskirchen hat ein unglaubliches Potenzial. Da lässt sich mehr draus machen. Die Lage ist einmalig. Wir haben eine attraktive Innenstadt, sind von viel Grün und Talsperren umgeben, haben gute Verkehrsanbindungen und die Nähe zu großen Städten an Rhein und Ruhr", listet Stolz auf. "Wir haben sehr gute Gewerbebetriebe, gute Luft und gute Wohnlagen."

Stellt Wermelskirchen also seinen Scheffel unters Licht? Dankmar Stolz will dies nicht bejahen, aber er vermisse eine Gesamt-Vision, eine klare Positionierung von Politik und Verwaltung, wohin sich Wermelskirchen entwickeln soll. Das wäre seiner Meinung nach sehr hilfreich. Ist eine Bevölkerungszahl von 40.000 Einwohnern die Zukunftsvision? Oder soll die derzeitige Zahl gehalten werden? "Die Zukunft entscheidet sich an der Einwohnerzahl, sie wirkt sich auf alle Bereiche aus - auf den Einzelhandel, Gastronomie, Immobileinwirtschaft und die Infrastruktur", sagt Stolz.

(pd)