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Wermelskirchen: Befragte verraten, wie(viel) sie schenken

Eine Woche vor Weihnachten : So schenken Wermelskirchener

Nur für die Enkel oder eigenen Kinder, je nach Laune oder als fester Betrag: Befragte in der Wermelskirchener Innenstadt verraten, wen sie beschenken und wie viel Geld sie dabei ausgeben.

Spätestens in dieser Woche ist in der Innenstadt der Einkaufsmarathon gestartet. Weihnachten wird unterm Baum entschieden“, lautete vor einigen Jahren ein Werbeslogan der Elektrokette Media-Markt. Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, gerät langsam aber sicher unter Druck, so möchte man meinen. Schließlich sind es nur noch sechs Tage bis Heiligabend und wohl niemand möchte seine Lieben enttäuschen und mit leeren Händen dastehen. Dabei warnen Ökonomen schon lange: Zu keinem Zeitpunkt im Jahr wird so viel Geld verschwendet wie vor den Feiertagen. Ein beachtlicher Teil der Präsente wird nämlich entweder nicht genutzt, nach den Feiertagen umgetauscht, oder sogar entsorgt oder weiter verschenkt. Wie halten es die Wermelskirchener mit der Schenkerei zum „Fest der Liebe“?

„In der engeren Familie halten wir es klassisch und machen pro Person einen festen Betrag aus“, sagt eine Wermelskirchenerin. Gerade bei den Enkelkindern sei es wichtig darauf zu achten, dass das Schenken nicht in blindem Konsum ausarte. Deswegen findet sie Betrag von ungefähr 60 Euro pro Kind sinnvoll. Insgesamt gibt sie etwa 1000 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Eine ältere Dame verweist auf ihre Rente. „Weil die nicht besonders hoch ist, gebe ich maximal 250 Euro für Weihnachtsgeschenke aus“, sagt sie. Von dem Geld beschenkt sie ihre beiden Enkel. „Meine Enkel bekommen Spielzeug, das wir vorher mit meiner Tochter besprechen“, sagt ein Mann. Den eigenen Kindern schenkt er Geld.

Umso größer die Familie, umso mehr Geschenke-Stress? Viola Tscholl ist Mutter von sechs Kindern. Die Lösung für das Problem kam wie von allein. „Die drei Ältesten haben aus eigenen Stücken entschieden, sich nichts mehr zu schenken“, sagt die 49-Jährige. „Uns schenken sie auch nichts und wir beschenken sie ebenfalls nicht.“ Die Idee zum Nicht-Schenken sei entstanden, als die drei Kinder alle das Alter von 20 erreicht hatten und durch den Einstieg ins Berufsleben eigenes Geld verdienten. Weihnachtsgeschenke gibt es in der Familie nur noch für die jüngeren  Kinder, die noch zu Hause wohnen, und die Enkelkinder. Denn auch ihrem Mann schenkt Viola Tscholl nichts. „Und das ist eigentlich schon immer so gewesen.“

Heinz-Georg Frank hat sich vor eigenen Tagen einen neuen Couchtisch aus Buchenholz gekauft. „Den haben meine Frau und ich uns gegenseitig geschenkt“, sagt der 72-Jährige. Eventuell kaufe er aber noch eine Kleinigkeit als Überraschung. Für seine Kinder und für das Enkelkind investiert er jedes Jahr eine feste Summe. In diesem Jahr liege die bei 50 Euro pro Kopf.

Kerstin Monreal hat festgestellt, dass sie mehr Geld für Geschenke ausgibt als früher. Das liege zum einen daran, dass sich der Bekannten- und Verwandtenkreis durch neue Kinder erweitert hat. Zum anderen habe es mit der Art der Geschenke zu tun. „Meine Kinder sind elf und 21 Jahre alt“, sagt sie. „Und die wünschen sich eben oft technische Produkte wie ein Handy.“ Auch wenn Geschenke derart  teurer werden, Kerstin Monreal versucht, den Pro-Kopf-Betrag für ihre Kinder auf 100 bis 150 Euro zu beschränken. Das klappt nicht immer. „Oft kommt noch die ein oder andere Kleinigkeit hinzu, weil das Auspacken so schön ist“, sagt sie. Weniger gibt sie inzwischen für ihre Geschwister aus. Seit die eigene Kinder haben, habe man sich darauf geeignet, eher diese zu beschenken. Auch ihre Eltern beschenkt sie anders als früher. „Meine Eltern haben sowieso alles und freuen sich inzwischen mehr über einen gemeinsamen Ausflug und gemeinsame Zeit“, sagt sie.

Die Familie von Kathrin Bub hat versucht, das Schenken zu organisieren. „Seit alle in der Familie einen Partner haben, beschenken wir uns noch nur paarweise“, sagt die 29-Jährige. Pro Paar gibt sie 50 bis 100 Euro aus.

Freundin Saskia Maus findet, Geschenke sind eigentlich nur etwas für kleine Kinder. In ihrer Familie war es die Oma, die das Schenken irgendwann satt hatte. „Sie wusste einfach nicht mehr, was sie uns noch kaufen soll“, sagt die 24-Jährige. Dann entdeckte die Familie eine alternative Schenkmethode im Internet: den Wichtel-O-Mat. „Wir losen online aus, wer wem etwas schenkt“, erklärt sie. In diesem Jahr habe man sich auf einen Betrag von zehn bis 15 Euro pro Person geeignet. „Dadurch muss jeder Einzelne nur ein Geschenk für eine jeweils andere Person kaufen. Gleichzeitig aber werden alle beschenkt.“ Die Schenkmethode habe sich in der Familie so gut bewährt, dass inzwischen auch die Familie von Saskias Freund auf den Geschmack gekommen ist. Ihr Freund bekomme noch ein zusätzliches Geschenk, verrät sie dann aber doch. Und das kostet dann auch schon mal 50 Euro.