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Wermelskirchen: Baugebiet in Dabringhausen

Baupläne in Dabringhausen : Zeitplan für Baugebiet am Meisenweg offen

Die Corona-Pandemie bremst den Baustart für das Neubaugebiet am Meisenweg weiter aus: Noch gebe es laut Investor keinen Termin für einen Startschuss, heißt es auf Nachfrage bei der Stadt – obwohl alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Erschließung des Baugebiets am Meisenweg lässt auf sich warten. „Wir haben beim Investor nachgefragt, wie ein möglicher Zeitplan aussieht“, sagt Florian Leßke, Leiter des Amtes Stadtenwicklung auf Anfrage der Redaktion. Die Antwort von Alexander Yauschew, dem Geschäftsführer der Projektgesellschaft „Plot 1“: Noch gebe es keinen Zeitplan für den Baustart am Meisenweg. Die Corona-Pandemie habe die Planungen verzögert, andere Projekte müssten zuerst abgeschlossen werden. Er könne sich noch auf keinen Zeitpunkt festlegen, so Yauschew gegenüber der Stadt.

Die Voraussetzungen für den Baubeginn am Meisenweg sind indes alle erfüllt – vom Erwerb der beiden nötigen Grundstücke, über die Flächennutzungsplanänderung bis hin zur Veröffentlichung des Bebauungsplans. Ursprünglich hatte der Investor nur die Erschließung des ehemaligen Sportplatzes des Dabringhauser Turnvereins vorgesehen. Als sich dann der Besitzer des Grundstücks hinter dem Sportplatz meldete und darauf hinwies, dass seine Wiese sicher auch in Bauland verwandelt werden könne, wuchs das Projekt. Die Politik stimmte zu, brachte die Flächennutzungsplanänderung auf den Weg und die Mercurius AG erwarb als Investor beide Grundstücke. Die eigens gegründete Tochterfirma „Plot 1“ mit dessen Geschäftsführer Yauschew übernimmt nun die Erschließung.

Ein Blick in den Bebauungsplan, der Anfang 2019 auf den Weg gebracht wurde, zeigt: Auf dem alten Sportplatz und der angrenzenden Wiese könnten insgesamt 17 bis 18 Baugrundstücke entstehen. Die Interessenliste sei länger als Grundstücke vorhanden, hatte der Investor bereits im Sommer 2020 verkündet. Der Bebauungsplan sieht freistehende Einfamilien- oder Doppelhäuser vor – mit zwei Vollgeschossen und schrägem Satteldach. Die Grundstücke sollen eine Größe zwischen 370 und 600 Quadratmetern haben. „Um die Zielgruppe der jungen Familien anzusprechen“, heißt es im Bebauungsplan, der gleichzeitig auf die Einrichtung eines Kinderspielplatzes auf rund 250 Quadratmetern hinweist. Die Bebauungsstruktur orientiere sich sowohl als „Fortführung an der Charakteristik der umgebenden Bebauung“ als auch an den Erfordernissen für aktive und passive solarenergetische Maßnahmen. Ganz im Norden des neuen Baugebiets soll eine als Ausgleichsfläche angelegte Grünfläche die Versickerung des Regenwassers ermöglichen – und gleichzeitig einen „großzügigen Saum zur Hilgener Straße hin bilden“.

Neben den Parkmöglichkeiten in Carports und Garagen sollen zwölf öffentliche Parkplätze entstehen. Bereits im Frühling 2019 meldeten die Anlieger von Finkenweg, Asterweg und Meisenweg Bedenken an: Ihre Anliegerstraße würde durch den Bauverkehr sicher beschädigt, gaben die Anwohner zu bedenken – und forderten eine Baustraße an der K18. Die Stadt kalkulierte, tendierte zum Bau des rund 180.000 Euro teuren Wegs und empfahl, die Kosten an den Investor weiterzugeben. Die Fachleute bei „Plot 1“ rechneten ebenfalls und befanden: Eine Baustraße sei unwirtschaftlich. Auch Tiefbauer hielten die Einrichtung einer Baustraße wegen des Gefälles für ungünstig. Der Fachausschuss entschied im September 2019, auf die Baustraße zu verzichten. Stattdessen solle der Bauverkehr über Asterweg und Meisenweg anfahren – entstandene Schäden sollen anschließend repariert werden. Die Kosten würden sich die Stadt und die künftigen Hauseigentümer dann teilen. Bis die ersten Baufahrzeuge allerdings rollen, scheint es nun noch eine Weile zu dauern.