Wermelskirchen: Band "Skin of tears" auf Festival in Slowenien

Festival in Slowenien : „Skin of tears“ auf größtem Punk-Rock-Festival

Der Musik-Export Nummer Eins aus Wermelskirchen gastiert heute in Slowenien. Für die Band ist das wie ein „Ritterschlag“.

Das Trio „Skin of tears“ ist Wermelskirchens Musik-Export Nummer Eins. Keine noch bestehende Band, die mit Kompositionen aus eigener Feder unterwegs ist, kann den Melodic-Skate-Punk-Rockern in Sachen „Herumgekommen-Sein“ und Erfolg das Wasser reichen. Den nächsten „Ritterschlag“ erleben die Musiker von „Skin of tears“ am heutigen Mittwoch, 8. August, in Tolmin (Slowenien). Dort findet seit Montag und noch bis Freitag das europaweit größte Festival des Genres statt: „Punk Rock Holiday“, bei dem unter anderem so namhafte Formationen wie „Beatsteaks“ oder auch die Punk-Rock-Legenden „Bad Religion“ auf der Hauptbühne stehen. Das Wermelskirchener Trio ergatterte dort einen Auftritt, tritt heute auf der „Beach Stage“ auf. „Auf einer Skala von Eins bis Zehn ist das für uns eine 9,5“, sagen die „Skin of tears“-Musiker, mit denen sich unsere Zeitung vor ihrer Abreise nach Slowenien traf.

Die Geschichte, wie sich das Wermelskirchener Trio den bei tausenden Bands begehrten Auftritt sicherten, ist eine besondere, wie Bassist Christian Schwandt erzählt: „Sieht man einmal von den ganz großen Namen ab, bestehen die Veranstalter von ‚Punk Rock Holiday‘ darauf, dass Bands, die sich um einen Auftritt bewerben wollen, ihre Hörproben und Vita vor Ort auf dem Festival abgeben müssen.“ Dazu hatte Schwandt 2017 zufällig die Gelegenheit: „Ein Bekannter gab seine Tickets an mich ab, also bin ich dort hin gefahren und habe ein tolles Festival erlebt und natürlich unsere CD abgegeben, die in einem riesigen Berg mit anderen Bewerbungen verschwand.“ Im Januar diesen Jahres landete dann die Rückantwort der „Punk Rock Holiday“-Macher im Spam-Filter von Toto Löhnert (Sänger und Gitarrist bei „Skin of tears“). Der meint: „Glücklicherweise prüfe ich den Spam-Ordner immer und habe die E-Mail doch gelesen. Erst konnte ich es kaum glauben: Das war die Zusage für unseren Auftritt bei ‚Punk Rock Holiday‘.“ Das sei schon „ziemlich genial“, bei diesem Festival auftreten zu dürfen, weil sich dort die gesamte europäische Szene des Punk-Rocks treffe. Löhnert, Schwandt und Andreas Buschorn (Schlagzeug) werden auf dem Festival bestimmt einige Bekannte wiedersehen.

So gastiert dort auch die Band „Authority Zero“ (Freitag, 10. August), die mit ihrem „Rise against“-ähnlichen Sound und ihrem charismatisch-eindringlichen Gesang gerade erst auf der Bühne des Wermelskirchener „Bahndamms“ stand. Dort lieferte die Gruppe vor 170 Zuschauern einen fulminanten Auftritt ab – die Unterbrechung der Sommerpause lohnte sich für das Autonome Jugendzentrum (AJZ) und die Besucher des Abends. „Im Sommer, wenn diese angesagten Bands auf Festivals unterwegs sind, besteht die Chance, sie zu einem finanzierbaren Kurs innerhalb der Woche nach Wermelskirchen zu holen“, sagte Toto Löhnert, der das Konzert organisierte.

Löhnert sowie seine „Skin of Tears“-Mitstreiter Andreas Buschorn und Christian Schwandt sind übrigens getrennt nach Slowenien gereist. Der Gitarrist und Bassist bleiben das gesamte Festival vor Ort. Toto Löhnert hat sich beispielsweise mit Lebensgefährtin und Kind ein Appartment gemietet: „Wir machen dort Urlaub.“ Andreas Buschorn reist mit Flugzeug und Mietwagen zum Festivalauftritt und anschließend direkt wieder ab: „Ich bin dann mit der Familie in Sankt Peter-Ording in Urlaub – und das war schon weit im Vorfeld geplant.“

Die Band „Skin of tears“ gründete sich 1991, feierte 2016 das 25-jährige Bestehen und veröffentlichte in diesem Jubiläumsjahr das jüngste Album „Fake my day“. Mit einem Augenzwinkern sprechen die Musiker gerne von einer „Brutto“-Bandgeschichte von 25 Jahren, denn zwischen 2007 und 2012 pausierte das „Skin of tears“-Geschehen. „Jetzt läuft es auf einmal wieder richtig gut“, stellt das Trio fest, das vor wenigen Wochen noch im berühmten Düsseldorfer „Ratinger Hof“, wo sich einst die „Toten Hosen“ fanden, gastierte. „Natürlich gibt es manchmal auch den einen oder anderen Rückschlag“, sagt Toto Löhnert. Schließlich kümmere sich die Band um Buchungen und Werbung selbst – und das alles neben dem eigentlichen Beruf, von dem man leben müsse.