Wermelskirchen: Band Rubber Soul bietet in der Katt Hörvergnügen und 60er Jahre-Nostalgie

Beste Stimmung unter 220 Zuhörern: Heiße Beat-Party mit „Rubber Soul“

Die Band zeigte vor rund 220 Zuschauer in der Katt eindrucksvoll, wie lebendig die Musik der Fab Four noch ist.

Von Wolfgang Weitzdörfer
Alle Jahre wieder. Das gilt auch für die Fab Four aus Wermelskichen, die Beatles-Verehrer von „Rubber Soul“. Die sind einmal im Jahr in ihrer Heimatstadt zu Gast: Am Freitagabend lud das Quartett um den Dreadlock-Träger Toto Löhnert an der Leadgitarre wieder zur heißen Beat-Party in den kleinen Saal der Kattwinkelschen Fabrik ein. Das Publikum war ganz auf Beat, Pop und Rock‘n’Roll eingestellt, als es mit „A Hard Day‘s Night“ losging. Die Beatles-Wiedergänger hatten ihr Publikum sofort in der Hand und sorgten mit Pop-Klassikern wie „I Saw Her Standing There“, „Please, Please Me“ oder „All My Lovin‘“ mit fast schon spielerischer Leichtigkeit dafür, dass die Stimmung bei den rund 220 begeisterten Zuschauern zu keiner Sekunde abflaute. Die vier Musiker, im schicken schwarzen Anzug der frühen Beatles-Phase gekleidet und mit eher spartanischen Bewegungen, immer dicht am Mikro stehend,  in den Knien leicht auf und ab wippend, boten eine kleine Zeitreise in die 1960er Jahre. In eine Zeit also, in der Rebellion noch bedeutete, sich die Haare knapp über die Ohren sprießen und zum Pilzkopf wachsen zu lassen. Was die damalige Erwachsenenwelt wohl zu Löhnerts schulterlanger Dread-Frisur gesagt hätte?

„Rubber Soul“ betreiben ihre hingebungsvolle Beatles-Verneigung nun schon so viele Jahre, dass ihnen die musikalische DNA der Liverpooler Pop-Giganten wohl bestimmt bereits in Fleisch und Blut übergegangen sein muss. Anders war die traumwandlerische Sicherheit nicht zu erklären, mit der sich die Band durch den vielschichtigen Beatles-Kosmos bewegte. Mal tänzelnd, wie im munteren Dreivierteltakt des wunderschönen „Baby‘s In Black“ vom Album „Beatles For Sale“. Dann wieder in Swinging-Sixties-Manier romantisch-schwelgend, wie in „Please Mister Postman“ vom Album „With The Beatles“. Natürlich gab es auch die bekanntesten Kracher gleich im Dutzend, die auf keiner anständigen Beatles-Party fehlen durften: „Can‘t Buy Me Love“, „Eight Days A Week“, „You‘re Going To Lose That Girl“, „Roll Over Beethoven“, „She Loves You“... – die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, was auch dem zeitökonomischen Songwriting des Duos Lennon/McCartney zu verdanken war, das in der Regel in etwa zwei Minuten pro Hit ins Song-Ziel kam.

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Aber das Quartett ging nicht so ganz auf Nummer sicher. Denn neben  den Gassenhauern der Pilzköpfe hatten es auch eher unbekannte Songs aus der zweiten Reihe des Backkatalogs von John, Paul, George und Ringo in die Setlist geschafft. Etwa „From Me To You“, „I‘m A Loser“ oder „I Don‘t Want To Spoil The Party“.

Aber auch hier erwies sich das Publikum als enorm spaß- und bewegungsfreudig. Sei es als Stehhopser mit dem ungefähren Bewegungsradius eines Bierdeckels, sei es als Boogie-Woogie-Tänzer, oder sei es auch beim hingebungsvollen Paar-Schwof bei den wenigen langsamen Stücken, wie dem tieftraurigen „You‘ve Got To Hide Your Love Away“.

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