Wermelskirchen: Band "Prime Meat" gibt Abschiedskonzert

Auftritt im Bahndamm : Die Band „Prime Meat“ sagt „Farewell“

Seit der Gründung 2011 absolvierte das Quintett 70 Konzerte. Zuletzt war die Gruppe fünf Jahre in Folge bei der „Musiknacht“ mit von der Partie. Mit einem letzten Konzert am Samstag, 8. September, nehmen die Musiker Abschied.

Sie waren von Wermelskirchen aus in Richtung Westen, Osten, Norden und Süden Deutschlands unterwegs, bezeichnen ein Konzert an der Universität im niederländischen Enschede als „den tollsten Gig“, den sie gespielt haben. Mit ihren Konzerten sorgte die Band „Prime Meat“ auch in Heimatgefilden für Aufsehen: Ihr erstes Konzert absolvierten die Musiker im Februar 2012 in der Remscheider „Kraftstation“, zuletzt war das Quintett an unterschiedlichen Standorten fünf Jahre in Folge bei der Wermelskirchener „Musiknacht“ mit von der Partie. Damit ist jetzt Schluss: Am Samstag, 8. September, gibt die Formation unter dem Motto „One last trick – the farewell show“ ihr Abschiedskonzert im AJZ Bahndamm. Berufliche sowie private Gründe wie Familiengründung und „Häusle“-Bau gaben den Ausschlag zu der Entscheidung, die Band aufzulösen.

„Wenn wir weiter machen würden, müssten wir in Zukunft noch aktiver sein, um voran zu kommen. Das schaffen wir einfach nicht mehr“, stellt Sänger Tobias Gebauer fest. Und Gitarrist Jan Heumann fügt hinzu: „Zuletzt sind wir eigentlich nur noch auf der Stelle stehen geblieben, weil wir keine Zeit mehr gefunden haben, weiter zu arbeiten und uns zu entwickeln.“ Schlagzeuger Tobias Wittmann sagt: „Jetzt sind wir an dem Punkt, an dem wir gemeinsam nichts mehr drauflegen können.“ Frustriert sind die fünf Musiker angesichts ihrer Entscheidung keineswegs. Alle sind sich einig: „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben mehr erreicht als anfangs gedacht.“ Die beiden hauptsächlichen Ziele, die in 2011 zur Gründung der Band geführt hätten, seien erreicht: „Wir wollten nicht mehr nur alleine im stillen Kämmerlein Musik machen und wollten Herumkommen.“

Gerade die Erlebnisse bei Konzerten auf Bühnen, wo man noch nie zuvor war, blieben in Erinnerung, egal ob Freiburg oder Sahlfeld in Thüringen. Unvergesslich für die Musiker sind die feierwütigen Niederländer, die das Publikum beim Konzert in Enschede bildeten. „Das war der totale Abriss“, denkt Florian Gahl (Gitarre und Background-Gesang) lachend zurück, während Tobias Gebauer kommentiert: „Da war es wie auf einer Highschool-Party wie sie aus den ‚American Pie‘-Filmen bekannt sind.“

Das „mieseste Konzert“ habe die Band in Leverkusen bei einer Open-Air-Veranstaltung erlebt, erzählt Jan Heumann: „Da waren ganze vier Leute als Besucher. Das war sehr dubios organisiert.“ Allerdings: „So richtig schlechte Auftritte haben wir nicht erlebt, weil wir immer das Beste aus jeder Situation gemacht haben – das war immer unser Anspruch. Wir haben so ziemlich jeden Spaß mitgemacht.“

  • Krefeld : Die etwas andere Cover-Band

70 Konzerte hat die Band insgesamt „auf der Uhr“. Die absolvierten die Musiker mit eigenen Kompositionen. „Prime Meat“ steht für melodischen Punk-Rock, in dem sich Einflüsssen aus Reggae, Ska oder auch Pop finden. Ein besonderes Markenzeichen der Band sind die Saxophon-Einlagen von Tobias Gebauer. Längere Auftritte über drei oder vier Stunden,die vor allem in Wermelskirchen stattfanden, reicherte das Quintett mit Cover-Stücken ihrer Lieblingsbands wie beispielsweise „Rise against“ an oder verwandelten „Walking on sunshine“ in eine krachende Punk-Version.

Die Musiker wollen nach der Auflösung von „Prime Meat“ ihre Instrumente keinesfalls an „den Nagel hängen“. Tobias Wittmann, Jan Heumann und Bassist Peter Däumer sind bereits jetzt in der Coverband „Tante Silke“, bei der auch Wermelskirchens Rock-„Urgestein“ Thomas Behle spielt, aktiv. Und auch Florian Gahl und Tobias Gebauer sind überzeugt: „Wir werden bestimmt irgendwann wieder Musik machen.“

Obwohl die Musiker noch keine „alte Hasen“ im musikalischen Geschäft sind, ist ihnen ein Tipp an alle Nachwuchsbands doch wichtig: „Macht Videoaufnahmen mit dem Handy von jedem Auftritt. Das nützt nicht nur für Werbezwecke, sondern die Erinnerungen sind Gold wert.“

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