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Wermelskirchen: „Balkan-Shuttle“ auf der Trasse - Städtebau-Investitionsprogramm 2022 in Wermelskirchen

Städtebau-Investitionsprogramm 2022 in Wermelskirchen : „Balkan-Shuttle“ auf der Trasse

Autonomer Betrieb zusätzlich zum Radverkehr wird angedacht. Auch der Traum von Hochschuleinrichtungen am Ort besteht weiter. Burscheid und Wermelskirchen vereinbaren die Beantragung von Fördergeldern.

Wermelskirchen und die Nachbarstadt Burscheid wollen Hochschulstandort sein. Dieses Ziel hält der Förderantrag zum Städtebau-Investitionsprogramm (STEP 2022) im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IHEK) fest. Dazu gesellen sich die Aktivierung des Bahnhofsumfelds sowie der Ziegelei in Hilgen und das Mobilitätsband Balkantrasse, auf der zusätzlich zum Radverkehr ein autonomer Shuttlebetrieb verkehren soll. Das macht ein Papier der Stadtverwaltung deutlich, dass die anstehenden Schritte bei den Vorhaben auflistet und dam Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr(StuV) zur Anhörung vorgelegt wurde.

Noch den gescheiterten Versuch des Ex-Bürgermeisters Rainer Bleek (SPD), eine Hochschulausbildung auf dem Rhombus-Areal anzusiedeln, in Erinnerung, zeigte sich der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der Sozialdemokraten, Jochen Bilstein, im StuV kritisch: „Ist es sinnvoll, etwas zu beantragen, das wahrscheinlich nicht Realtität wird?“ Dem hielt Bürgermeisterin Marion Lück entgegen: „Für Wermelskirchen ist das so der richtige Weg. Es wird wohl kaum eine Hochschul-Dependance geben, aber möglicherweise einzelne Angebote, Kurse oder Lehrgänge.“ Der Ansatz sei absolut ergebnisoffen angelegt, aber: „Wir möchten es versuchen“, so die Bürgermeisterin.

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Alte Ziegelei Hilgen Für die Aktivierung des Bahnhofsumfeldes und der Ziegelei in Hilgen zum „Kreativquartier Alte Ziegelei Hilgen“ wollen die Städte Burscheid und Wermelskirchen eine Machbarkeitsstudie mit Planungskonzept sowie ein Nutzungs-, Kosten-, Finanzierungs- und Trägerkonzept erstellen. Dafür seien weitere Gutachten nötig, stellt die Sitzungsvorlage dar. Bereits in vorliegenden Gutachten (Altlasten, Ökogutachten, Grundstückswert) aufgezeigte Ergebnisse verdeutlichten demnach, dass die Aktivierung des Areals mit finanziell vertretbarem Aufwand erfolgen könne. An Kosten ergeben sich 28.000 Euro für die Machbarkeitsstudie mit vertiefendem Planungskonzept, 18.000 Euro für das Nutzungs-, Kosten-, Finanzierungs- und Trägerkonzept, 14.000 Euro für weitere Gutachten sowie vorbereitende Maßnahmen, womit die beiden Städte dafür im STEP 2022 insgesamt 60.000 Euro beantragen.

Hochschule Ebenfalls 60.000 Euro wollen Burscheid und Wermelskirchen für die Etablierung von Hochschuleinrichtungen generieren – jährlich 20.000 Euro in der Zeit von 2022 bis 2024 für die Prozesssteuerung sowie für die Erarbeitung von Konzeptionen. Wie das Verwaltungspapier erläutert kämen für die Ansiedlung von Hochschuleinrichtungen sowohl das Rhombus-Areal als auch das „Kreativquartier“ Hilgen oder gegebenenfalls weitere in Frage: „Angestrebt wird die Beauftragung an eine Hochschulfakultät.“


Mobilitätsband Balkantrasse Das Mobilitätsband soll auf der Balkantrasse einen (autonomen) Shuttlebetrieb unter Beibehaltung des regionalen Radwegs aufnehmen. Dieses Mobilitätsband soll die Zentren von Burscheid, Hilgen und Wermelskirchen anbinden sowie Potenziale und zu entwickelnde Standorte („Perlen an der Balkantrasse“) verknüpfen. Das Mobilitätsband soll als Projekt der Regionale 2025 verwirklicht werden. Mit unterschiedlichen Finanzierungszugängen wollen die Nachbarstädte folgende Untersuchungen auf den Weg bringen: „Forschungsprojekt zu einem (autonomen) Shuttlebetrieb auf der Balkantrasse mit Beibehaltung des regionalen Radwegs“, „übergeordnete Verkehrs- bzw. Mobilitätsuntersuchungen – langfristige Perspektive“ sowie „städtebauliche Einbindung der bestehenden Potenziale und der zu entwickelnden Standorte“. Für letztere beantragen Burscheid und Wermelskirchen 90.000 Euro aus dem STEP.


Haushalt 2022 Die drei Planungsblöcke summieren sich auf 210.000 Euro, wovon 70 Prozent (147.000 Euro) an STEP-Förderung beantragt werden – der Eigenanteil von Burscheid und Wermelskirchen beträgt 63.000 Euro. „Da sich die beiden Städte die Eigenanteile zu jeweils 50 Prozent teilen, entfällt auf die Stadt Wermelskirchen für die Planungsleistungen ein Eigenanteil von 31.500 Euro, der im Rahmen der Haushaltsplanung berücksichtigt wird“, so die Stadtverwaltung an.