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Wermelskirchen Aus der Backstube auf die Kanzel

Neuer Pastor in Wermelskirchen-Forthausen : Aus der Backstube auf die Kanzel

Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Forthausen hat einen neuen Pastor berufen. Karsten Gosse kehrt mit seiner Ehefrau in die alte Heimat Dabringhausen nach Studium und Auslandsaufenthalt zurück.

Wechsel im seelsorgerischen Bereich der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Forthausen: Zum 1. März tritt Karsten Gosse die Nachfolge von Pastor Reinhard Rien an, der zum 31. Dezember in den Ruhestand ging. Rien war 17 Jahre Pastor in Forthausen.

Der neue Pastor wurde 1965 in Leverkusen geboren und wuchs in Dabringhausen auf. Nach seiner Ausbildung zum Bäcker in der Dhünnschen Bäckerei Steinhaus begann er 1984 mit dem Studium der Theologie. In dieser Zeit lernte er seine Frau Carola kennen, mit der er seit bald 34 Jahren verheiratet ist. Sie haben vier erwachsene Kinder und vier Enkel. Seit 1988 sind beide Angestellte der Vereinigten Deutschen Missionshilfe.

In Folge eines familiären Schicksalsschlages folgte im Sommer 2020 der Umzug von Rothenburg ob der Tauber zurück nach Dabringhausen. Die Verbindung zur Gemeinde in Forthausen, in der Gosse als Jugendlicher den christlichen Glauben als tragbares Fundament entdeckte, ist nie abgerissen. Deshalb ist der Wunsch, sich in der Gemeinde zu engagieren, mit einer großen Liebe und Leidenschaft verbunden, auch wenn sich seit damals sehr viel verändert hat, beichtet Gemeindeleiter Stefan Krämer.

 Die Herausforderung, eine seit 125 Jahren bestehende und alternde Gemeinde in Corona-Zeiten zu übernehmen, sieht Gosse sportlich. Er vergleicht das Projekt mit dem Entschluss, in ein Ruderboot zu steigen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Es gelte,Jung und Alt zu motivieren, mit ins Boot zu steigen und alles zu geben, um Gemeinde in eine gute Zukunft zu bewegen.

„Als Gemeindeleitung freuen wir uns, dass wir Karsten und Carola Gosse mit ihrer reichhaltigen Erfahrung im christlichen Dienst gewinnen konnten“, sagt Stefan Krämer.

Im Rahmen ihres Dienstes lebte die Familie u.a. zwölf Jahre in Viseu (Portugal). Neben dem Aufbau einer christlichen Gemeindearbeit, eröffnete das Ehepaar ein Begegnungszentrum, organisierte Abenteuerlager für Kinder und arbeitete sportmissionarisch mit Fußballprofis. Gesundheitliche Gründe führten die Familie 2005 schweren Herzens zurück nach Deutschland. „Portugal wird immer die Hälfte unseres Herzens einnehmen,“ sind sich beide einig.

Nach einem Masterstudiengang arbeitete Gosse ab 2006 zunächst als Dozent und stellvertretender Schulleiter an einer theologischen Fachschule in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber. In dieser Zeit entschied er sich, seine Vorurteile gegenüber dem Golfsport aufzugeben und machte seine Platzreife. Seine neue Leidenschaft für Golf und seine alte für den Glauben mündeten 2010 in die Gründung des Vereins „Ich tu’s - Christen im Golfsport“. Der Verein wuchs kontinuierlich und ist mittlerweile in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Das Anliegen des Vereins ist es, Menschen einzuladen, ihre Klischees gegenüber Golf und Glaube persönlich auf ihre Substanz hin zu überprüfen. „Das hat auch mich in beiden Fällen sehr bereichert“, so Gosse. Mit seinem Dienstantritt in der Ev. Freik. Gemeinde Forthausen wird sich daran nichts verändern. Neben dem Versuch, Golfer über den Glauben ins Nachdenken zu bringen, widmet er sich seiner zusätzlichen Aufgabe als Pastor mit Leidenschaft. „Ich bin ein sehr geselliger Mensch, höre mir gerne an, was Menschen für Sorgen haben und nehme Vorbehalte in Sachen Glauben sehr ernst.“ Dialog und Hinterfragen sei wichtig, so Gosse, „sonst glaubt man eher Fake News in Sachen Gott und Glaube. Ich stehe lieber für Good News. Gute Nachrichten ohne Haken und Ösen haben einen Namen – Jesus Christus.“ (tei.-)

(tei.-)