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Wermelskirchen: Aufregung bei den i-Dötzchen zum Schulstart

Einschulung in Wermelskirchen : Aufregung bei den i-Dötzchen zum Schulstart

Erleichterung bei den Eltern der Erstklässler: An allen Grundschulen in Wermelskirchen dürfen beide Elternteile beim großen Tag ihrer Kleinen dabei sein.

Ihren Namen kann sie schon schreiben. „Natürlich“, sagt Clarissa Konrad und schüttelt fast empört ob der Frage ihre langen, dunkelblonden Haare. Entschlossen zieht sie den Besucher mit in ihr Spielhaus im Garten in Emminghausen, das Mama Judith und Papa Daniel für sie und ihren Bruder Clemens (4) gebaut haben. „Wir haben da sogar eine Schule drin. Guck mal“, sagt das kleine Mädchen, das in zwei Wochen sechs Jahre alt wird, stolz und zeigt auf die Tafel, wo sie „Clarissa, Clemens, Mama und Papa“ aufgeschrieben hat.

Am kommenden Donnerstag ist ihr großer Tag: „Da fängt die Schule an“, sagt Clarissa aufgeregt und zeigt ihren neuen, blauen Schulranzen. Pink wollte sie nicht. „Hier kann man Magnete draufmachen und der leuchtet auch, wenn ich mal im Dunkeln nach Hause gehe und mich ein Auto anleuchtet“, erklärt das i-Dötzchen ernst die Reflektoren am Tornister. Dass sie in die Klasse 1 B, die Igelklasse, in der Dhünntalschule in Dabringhausen geht, weiß sie schon. Und auch, dass einige Kindergartenfreunde mit in ihrer Klasse sind. Am meisten freut sich Clarissa darauf, „lesen und schreiben zu lernen“, verkündet sie. Damit sie ihre vielen Bücher selbst lesen kann. Am liebsten mag sie Gruselgeschichten, weil sie Fledermäuse ganz toll findet. Und Pferde. Und sie ist glücklich, dass Mama und Papa beide mit zur Einschulung gehen dürfen.

Dafür hat sich ihre Mutter Judith Konrad in den vergangenen Wochen intensiv eingesetzt. Denn: „Die Einschulung ist wie eine dritte Abnabelung“, bekennt die 34-Jährige. „Das ist ein riesiger Einschnitt und deshalb fanden wir es wichtig, dass wir beide an dem Tag dabei sind.“ Seit dem ersten Elternabend hat Judith Konrad deshalb regen Kontakt zu anderen Eltern und auch zu Schulleiterin Friederike Kelzenberg-Gerloff gehalten, die erst zum Wochenende die Mail mit der Nachricht an die Eltern verschicken konnte: „Die Einschulung findet wie geplant in der Mehrzweckhalle statt. Jedes Kind kann von beiden Sorgeberechtigten begleitet werden.“ Dass die Info so spät kam, lag jedoch nicht an der Schule, „sondern daran, dass wir auf die Bestätigung des Ordnungsamtes warten mussten“, sagt die Rektorin im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich denke, jetzt wird es für alle Beteiligten eine aufregende, aber auch schöne Feier.“

Clarissa und Clemens sind stolz auf ihr großes Spielhaus, in dem es sogar eine kleine Schule gibt. Foto: Kathrin Kellermann

Bis um 11.30 Uhr ist Clarissa an dem Tag zum ersten Mal in ihrer Grundschule. Mit ihrem schönen Ranzen, neuen Stiften und kuscheligen Hausschuhen für den Klassenraum, die alle I-Dötzchen dabei haben müssen. „Danach gehen wir ins Pfannkuchenhaus“, verspricht ihre Mama, „und Samstag gibt es noch ein Grillfest im Garten, wo die Omas und Opa und unsere Geschwister dabei sind.“

Ähnlich werden es auch die Eltern der I-Dötzchen an den anderen Grundschulen in Wermelskirchen abhalten. „Bei uns können auch beide Elternteile der – im wahrsten Sinne des Wortes – kleinen Feier beiwohnen“, sagt Dagmar Strehlow-Toussaint, Leiterin der Waldschule. „Das ist leider das maximale was wir machen können.“ Der Mindestabstand durch die Corona-Bestimmungen könnte zwar auf dem Schulhof auch mit mehr Besuchern eingehalten werden, „aber man muss auch mit schlechtem Wetter rechnen – und die Turnhalle bietet keinen Platz für mehr als 25 Kinder mit je zwei Begleitpersonen“. Deshalb finden an der Waldschule zwei Einschulungen statt.

Zwei Begleitpersonen pro Erstklässler dürfen auch an der Schwanenschule dabei sein. Hier finden an einem Tag drei Einschulungsfeiern statt und zwar um 8, um 10 und um 12 Uhr. „Für die Kinder ist wichtig, dass die Eltern dabei sind“, sagt Schwanenschulleiterin Katrin Wagner. „Wir sind alle in der Verantwortung, aufeinander aufzupassen. Vor allem auf die Großeltern.“

Erleichterung auch bei den Eltern der i-Dötzchen, die in den Grundschulen Am Haiderbach in Hünger und Tente eingeschult werden: Auch hier gibt es grünes Licht, dass beide Elternteile ihr Kind begleiten. Allerdings besteht während der Veranstaltung Maskenpflicht. „Wir werden auch die Sitzplätze bei der Einschulungsfeier dokumentieren“, sagt die Leiterin der Grundschulen Am Haiderbach, Marion Klein. Sie legt größten Wert auf die Minimierung der Infektionsherde.

Da haben es Judith und Daniel Konrad etwas einfacher, wenn sie Töchterchen Clarissa zur Einschulung begleiten: An der Schwanenschule stehen Desinfektionsmittel an der Tür bereit, die Maskenpflicht gilt bis zum Sitzplatz. Dort dürfen die Masken abgesetzt werden, „aber die Eltern müssen auf ihren Stühlen bleiben“, so Friederike Kelzenberg-Gerloff.