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Wermelskirchen: Auf Omikron-Welle gut vorbereitet

Wermelskirchen in der Corona-Pandemie : Auf Omikron-Welle gut vorbereitet

Jeden Tag neue Höchstwerte bei den Inzidenzen. Jeden Tag mehr Omikron-Fälle. Die so genannte „kritische Infrastruktur“ in Wermelskirchen ist nach eigenen Angaben aber gut auf mögliche Personalausfälle vorbereitet.

In der vergangenen Wochen stieg die Corona-Inzidenz im Kreis jeden Tag deutlich. Liegt sie heute bei 496,7 (siehe Meldung), befand sich der Wert am Freitag vor einer Woche noch bei 299,4. Jeden Tag kommen auch mehr Nachweise der Omikron-Variante hinzu. Wie sich die Situation in der Stadt entwickelt, bleibt abzuwarten. Die so genannte kritische Infrastruktur in Wermelskirchen ist nach eigenen Angaben aber gut auf mögliche Personalausfälle vorbereitet.

Polizei Bei der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis sind die Vorbereitungen nach Angaben von Polizeipressesprecher Christian Tholl bei der neuen Virus-Variante leicht verschärft worden. „Wir vermeiden Besprechungen und Veranstaltungen in Präsenz und nutzen überwiegend Telefon- und Videokonferenzen. Überall wo es möglich ist, nutzen wir intensiv die Möglichkeiten des Homeoffice“, sagt Tholl. Weiterhin gelte eine Maskentragepflicht in den Dienstgebäuden, dort würden auch überall Desinfektionsspender hängen. Was das Lüften der Büroräume angeht, gebe es weitreichende Regelungen. Im Wachdienst oder Außendienst, wo kein Homeoffice möglich sei, werde eine Durchmischung vermieden. „Das bedeutet, dass die Kolleginnen und Kollegen möglichst nur innerhalb ihrer Organisationseinheit, zum Beispiel in ihrer Dienstgruppe, bleiben und möglichst immer die gleichen Personen zusammen arbeiten“, erklärt Christian Tholl. Zudem habe jeder Mitarbeitende die Möglichkeit, sich mehrmals pro Woche mit einem Schnelltest zu testen. Abgesehen davon sei die Impfquote innerhalb der Behörde sehr hoch. Durch die Änderung der Quarantänebestimmungen soll die Quarantänedauer für Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur nun auch verkürzt werden, was zum Erhalt der Funktionsfähigkeit beiträgt. „Wie gut erkennbar ist, sind wir gut gerüstet und zuversichtlich, auch diese Welle zu überstehen“, schließt Tholl.

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Feuerwehr „Wir arbeiten seit März 2020 mit einem Einsatzplan für die Pandemie, welcher in Form eines Sechs–Stufen-Modells (weiß, grün, gelb, orange, rot, violett) – in Abhängigkeit von Inzidenz und weiteren Parametern, verschiedene Maßnahmen vorsieht“, sagt Alexander Groß. Bei der Feuerwehr Wermelskirchen leitet er die Corona-Koordinierungsgruppe. Der Einsatzplan würde zudem lageabhängig angepasst. Zurzeit befände sich die Feuerwehr in der Stufe rot, welche unter anderem eine enge tägliche Testung, eine Maskenpflicht, strenge Vereinzelungsmaßnahmen sowie den Betrieb einer ausgelagerten Rettungswache beinhalte. In der Eskalationsstufe violett seien dann noch weitere Kontaktbeschränkungen im Dienstbetrieb vorgesehen. „Auf einen Personalausfall in größerem Umfang muss sich eine Feuerwehr immer, nicht nur zu Covid-19-Zeiten, einstellen“, sagt Groß. „Wir prüfen daher bereits seit mehreren Jahren die Verfügbarkeit von ehrenamtlichen Einsatzkräften mit einem digitalen System in Form einer App, welche zweimal am Tag eine Verfügbarkeitsprognose an den Führungsdienst sendet.“ Zusätzlich würden Krankenstand, Quarantänen und Isolationsmaßnahmen der hauptamtlich Mitarbeitenden täglich erhoben und ebenfalls im Zuge der Dienstvorplanung berücksichtigt. Die aktuelle Impfquote für den Einsatzdienst liege derzeit außerdem bei 99 Prozent-

 Das Wermelskirchener Krankenhaus könnte schnell reagieren, wenn die Omikron-Welle mit voller Wucht zuschlägt.
Das Wermelskirchener Krankenhaus könnte schnell reagieren, wenn die Omikron-Welle mit voller Wucht zuschlägt. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

BEW Als Betreiber wichtiger Infrastrukturen in Wermelskirchen sei die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) gut aufgestellt, um eine zuverlässige Versorgung von Bevölkerung, Gewerbe, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit Strom, Gas und Trinkwasser rund um die Uhr sicherzustellen, das bestätigt Pressereferentin Sonja Gerrath. „Bereits seit Beginn der Pandemie haben wir einen internen Notfallplan mit dem Ziel entwickelt, sowohl das Ansteckungsrisiko im Unternehmen so gering wie möglich zu halten und damit unsere Mitarbeiter zu schützen als auch die betrieblichen Abläufe wie beispielsweise den Bereitschaftsdienst im Störungsfall sicherzustellen“, sagt sie. Zudem habe die BEW einen internen Krisenstab eingerichtet, der regelmäßig tage, die aktuelle Entwicklung intensiv verfolge und die Wirksamkeit der beschlossenen Maßnahmen kontinuierlich überprüfe und nach Bedarf anpasst, erklärt Prokurist Dirk Deitermann. Die wichtigste Aufgabe sei es, die erforderlichen Personalkapazitäten verfügbar zu halten. Um die Ansteckungsrisiken des Personals möglichst klein zu halten, gebe es Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen. Und wo es möglich sei, arbeiten Mitarbeiter im Homeoffice. Mehrere Teams an verschiedenen Standorten würden Ausfallsicherheit gewähren, die Arbeitseinteilung und die Teambesprechungen erfolgen telefonisch oder mit modernen Kommunikationsmitteln.

Krankenhaus Bei einer Omikron-Welle könnte das Krankenhaus schnell reagieren. „Im Moment ist die Situation, was Corona angeht, bei uns noch sehr entspannt“, sagt Pflegedienstleiterin Monika Hartung. Sollte es jedoch zu einer verschärften Lage kommen und beispielsweise die Intensivstationen stark belastet werden, würden innerhalb kürzester Zeit Maßnahmen greifen. „Dann würden wir Operationen absagen, die Kapazitäten für die Intensivstationen erhöhen und nur noch Notfälle annehmen.“ Wenn vom Land entsprechende Anweisungen kommen würden, sei außerdem die Möglichkeit einer verkürzten Quarantäne für infiziertes Personal ohne Symptome im denkbaren Bereich.