Wermelskirchen: An der Balkantrasse gibt es frische Waffeln

Radfahrer können sich auf ihrer Tour stärken : Waffelpause direkt an der Trasse

Jeden Sonntagnachmittag herrscht an der Balkantrasse in Neuenhaus Hochbetrieb. Radfahrer legen hier eine Pause ein, um sich auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde zu stärken.

Als Klaus und Sigrid Struck am Mittag mit ihren Rädern in Neuenhaus vorbeikamen, da bereiteten die Ehrenamtlichen gerade die Tische für die Waffelpause vor. „Das sah so einladend aus, dass wir auf unserem Rückweg hier eine Rast eingelegt haben“, erzählen die beiden Witzheldener am Nachmittag. Sie haben einen gemütlichen Platz in der Sonne gewählt, freuen sich über das rote Tischtuch und die Blumen und lassen sich Waffel und Apfelschorle schmecken. Die beiden Radfahrer haben zum ersten Mal in Neuenhaus Halt gemacht und schwärmen von dem besonderen Ort und der Atmosphäre.

Immer wieder halten Radfahrer an, legen ihre Helme zur Seite und freuen sich über eine Abkühlung. So machen es auch Elena und Thomas Hildebrandt, die mit Sohn Carl (2) unterwegs sind. „Heute war die Lust auf Waffeln besonders groß“, sagt Elena Hildebrandt, „die Preise sind fair und das roch schon so gut.“ Für diesen Duft sorgen die Ehrenamtlichen in dem kleinen Holzhäuschen. Christine Schuller, Petra Apmann und Delia Mebus gehören zu einem der Teams der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus, das hier im Sommer Sonntag für Sonntag Waffeln backt und für Gastfreundlichkeit sorgt. In dieser Saison ist wegen des guten Wetters besonders viel los. „Wir haben 30 Kilogramm Waffelteig“, erzählt Petra Apmann und deutet auf die großen Eimer. Einmal hat ein Team schon Teig nachordern müssen. Als ein älterer Mann an das kleine Holzhäuschen tritt, bekommt er gleich eine Erfrischung angeboten. „Schön ist das hier“, schwärmt er und bestellt auch gleich eine Waffel. Wie viele Gäste an diesem Sonntag macht er zum ersten Mal Rast an der Waffelpause. „Aber die meisten kennen uns inzwischen“, sagt Christine Schuller. Viele kämen wieder.

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Dazu gehören auch Michaela und Dieter Krensel. Sie fahren heute auf der Trasse von Opladen bis Lennep und zurück. „Wir machen hier oft auf unseren Touren Pause“, sagt Michaela Krensel. Die Waffeln seien lecker und der Haltepunkt erinnere ihn an die „Fiets-Cafés“ in Holland, sagt Dieter Krensel. Außerdem bewundere er, was die Evangelische Kirche hier alles auf die Beine stellt. „Wir waren auch schon mal bei einem Gottesdienst hier an der Waffelpause“, erzählt Michaela Krensel, „das war besonders schön und sehr idyllisch.“ Inzwischen wissen die meisten Besucher, dass kein gastronomischer Betrieb, sondern die Kirchengemeinde das besondere Plätzchen an der Trasse betreibt. „Wir gehen als Kirche zu den Menschen“, erklärt Christine Werner, die zu einem Team gehört, das mit den Menschen am besonderen Rastplatz ins Gespräch kommt. Früher hätten viele Besucher an der Waffelbude ein paar Worte wechseln wollen und dafür habe dann manchmal die Zeit gefehlt. „Deswegen haben wir eine Schulung besucht und laden nun auch zum Gespräch ein“, sagt sie. Unaufdringlich und freundlich – mal Smalltalk und mal Glaubensfragen, mal ein guter Wunsch für die Weiterfahrt und mal eine Plauderei im Sonnenschein.

„Vor allem Menschen, die alleine herkommen, freuen sich um ihren Spaziergang, die Waffel und eine Unterhaltung“, weiß Christine Werner. Vieles sei an der Waffelpause inzwischen professionalisiert worden seit dem Startschuss damals vor fünf Jahren, viele Abläufe sind inzwischen Routine – für die Begegnungen gilt das nicht. Im nächsten Jahr will die Gemeinde vielleicht einen kleinen Naturspielplatz an der Waffelpause einrichten, damit auch Kinder sich wohlwühlen. Eine Erfolgsgeschichte? Christine Werner zögert nicht einen Augenblick: „Ich nenne das Segen.“

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