Wermelskirchen: Am Anfang der Mobilitätswende

Ansichtssache : Am Anfang der Mobilitätswende

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ja, es ist schön bequem, ins Auto einzusteigen und am Ziel vor der Tür zu parken. Aber mittlerweile meldet sich das schlechte Gewissen. Könnte ich die Strecke nicht zu Fuß, mit dem Rad oder Pedelec zurücklegen?

Einfach den Bus nehmen? Den Klimasünder „Autofahrer“ einfach nur über höhere Spritpreisen zum Umstieg zu erziehen, reicht sicherlich nicht. Ihm müssen auch Alternativen angeboten werden. Dazu soll das Integrierte Mobilitätskonzept dienen, das diese Woche in der Politik diskutiert wurde. Es gibt Ziele vor, es ist ein Ideen-Pool und am Ende auch ein Gradmesser dafür, wie ernst es Kreis und Kommunen mit der Mobilitätswende meinen.

In kleinen Schritten will sich Wermelskirchen großen Zielen nähern. Die Mobilstation am Busbahnhof ist ein Beispiel dafür, dass neue Wege gegangen werden. E-Pedelec-Verleih und E-Carsharing werden bald angeboten. Es sind wichtige Module, will man eine breite Palette an Fortbewegungsmöglichkeiten bieten. Weil Linienbusse aus wirtschaftlichen Gründen nicht überall und im engen Takt fahren können, braucht man Alternativen. Und auch ein Angebot, das jede den passenden Mix ermöglicht: zu Fuß, mit dem Bus, dem E-Bike geht’s zur Arbeit. Oder es bilden sich Fahrgemeinschaften, die am Treffpunkt X mit dem E-Auto zum Ziel fahren. Wichtig für Pendler ist, dass das Angebot verlässlich ist und Wartezeiten nicht zu lang sind. Sonst nehmen sie doch wieder das – wenn auch teuer betankte – Auto.

Ernüchternd hingegen ist der Status quo bei dem Wunschprojekt „Schnellbus“, der einen wichtigen Baustein im Mobilitätssystem bilden soll. Die Machbarkeitsstudie zu diesem Städte übergreifenden Vorhaben ist genehmigt. Aber es werden noch dicke Bretter gebohrt, bis der Schnellbus tatsächlich über Wermelskirchen in die Rheinmetropole rollt. Die schnelle Verbindung nach Köln wird der Stadt hoffentlich möglichst zügig einen großen Standortvorteil verschaffen.