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Wermelskirchen: Wermelskirchen als Schlusslicht

Wermelskirchen : Wermelskirchen als Schlusslicht

Mit einer niederschmetternd schlechten Wahlbeteiligung ist Dr. Hermann-Josef Tebroke (CDU) zum neuen Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises gewählt worden. Nur 20,08 Prozent der Wähler gingen in Wermelskirchen in die Wahllokale.

2009 bei der Wahl von Rolf Menzel waren es noch 59,70 Prozent. Kreisweit sah es nicht viel besser aus: 2009 beteiligten sich noch 58,53 Prozent der Wahlberechtigten kreisweit an der Abstimmung über den neuen Landrat. Diesmal waren es nur 28,83 Prozent.

Wermelskirchen bildete übrigens sogar das Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung. Generell lag die Wahlbeteiligung im Nordkreis mit 25,33 Prozent in Leichlingen und 21,54 Prozent in Burscheid niedriger als im Südkreis. Spitzenreiter im Süden war Overath mit 52,68 Prozent Wahlbeteiligung.

Die Zahlen mögen auch den unterschiedlichen Identifikationsgrad der Nord- und Südkreisgemeinden mit dem Rheinisch-Bergischen Kreises wiedergeben. Trotz der schlechten Wahlbeteiligung und der Tatsache, dass sich die insgesamt wenigen Stimmen auf fünf Kandidaten verteilten, erzielte der CDU-Kandidat ein eindeutiges Ergebnis.

In allen acht Gemeinden des Kreises gingen schon bei den ersten Schnellmeldungen wenige Minuten nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr die schwarzen Säulen für die CDU auf den Grafiken in die Höhe. Der von der Stadtverwaltung erstmals eingerichtete Internet-Service mit den aktuellen Wahlergebnissen auf der städtischen Homepage funktionierte einwandfrei und stellte eine gute Dienstleistung für die Bürger dar.

Verrechnet haben sich Gerhard Zorn (SPD) und Frank vom Scheidt (Bündnis 90/Die Grünen), die fest mit einer Stichwahl gerechnet hatten. Während vom Scheidt zum ersten Mal seinen Ring in den Kreis um den Landratsposten geworfen hatte und als "Überraschungskandidat" nicht reüssieren konnte, ist Zorn nun zum dritten Mal unterlegen.

Er hatte zwar darauf gesetzt, der bekannteste unter den Kandidaten zu sein. Das alleine hat die SPD mit ihrem Kandidaten Gerhard Zorn aber nicht an die Spitze bringen können. Frank vom Scheidt hat zwar teilweise vom politischen Hoch der Grünen landes- und bundesweit profitieren können, wurde aber doch merklich abgeschlagen von Zorn und erst Recht von Tebroke.

Dieser hatte schon vor der Wahl prognostiziert, gleich im ersten Gang mehr als 50 Prozent der Stimmen zu erzielen. Und Tebroke hat mit seinem Endergebnis von 50,91 Prozent Recht behalten, wenn auch nur knapp. Sein bestes Ergebnis erzielte Tebroke in Odenthal mit 59,97 Prozent, sein schlechtestes in Rösrath mit 45,40 Prozent der Stimmen.

(RP)