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Wermelskirchen: Aktionswochenende zum Fairen Handel im Gemeindezentrum

Aktion „Fair for Future“ in Wermelskirchen : Aktionstag zu fair gehandelten Produkten

Die Evangelische Kirchengemeinde und der Weltladen haben zu einem Aktionswochenende ins Gemeindezentrum eingeladen. Im Mittelpunkt standen fair gehandelte Produkte und Vorträge zu den Produktionsbedingungen in Afrika und Südamerika.

Wer sich nicht eine Tasse Kaffee nach der anderen hineinkippt und bei einem köstlich vollmundigen Schluck nicht gedankenversunken am Handy daddelt, sondern bewusst genießt und die Aromen wahrnimmt, wird mehr davon haben. Ähnlich verhält es sich mit fair gehandelten Produkten: Weniger ist in diesem Fall mehr.

Wer sich zudem die Zeit nimmt und die Mühe macht, hinter das Produkt zu blicken, wird Dinge erfahren, die nachdenklich machen, aufrütteln und möglicherweise zum Umdenken führen. Davon sind die Ehrenamtler des Weltladens in Wermelskirchen überzeugt: „Hinter jedem Produkt stecken ein Gesicht, eine Geschichte und eine persönliche Verbindung“, sagt Ulla Buhlmann, Vorstandsmitglied des Weltladenvereins. Mit dieser Erkenntnis fiele es Endverbrauchern leichter, die Produkte, letztendlich auch die Ressourcen und die Schöpfung stärker wertzuschätzen. Denn Schokolade, Kaffee und Co. kommen nicht einfach so in die Supermarktregale. Und genau darum ging es am Wochenende beim ersten Aktionstag der Evangelischen Kirchengemeinde und des Weltladens.

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„Die Kirchengemeinde ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir nicht im Rahmen ihres Schöpfungsjahres eine Aktion zum fairen Handel gestalten wollen“, erklärte Monique Schüpphaus vom Weltladen-Vorstand. Sie sagten zu, organisierten und freuten sich am Samstagnachmittag über regen Zuspruch. In einer Art Messe konnten sich Besucher über die reichhaltige Palette fair gehandelte Produkte informieren, sie probieren und auch erwerben. Ein ansprechendes Bühnenprogramm aus informativen Vorträgen zur Schokoladenherstellung in Ghana, einer Genossenschaft in Peru oder der Kaffeeproduktion in Nicaragua sowie musikalischer Auftritte und Modenschau komplettierten das Angebot, das längst nicht nur Stammkunden des Weltladens anlockte. „Wir haben auch viele neue Gesichter gesehen, die sich bei uns informiert haben und demnächst sicherlich im Laden vorbeischauen werden“, berichtete Christa Wolf, ebenfalls im Weltladen-Vorstand und zuständig für den Einkauf.

Besonders gut kam die Modenschau mit fair gehandelter Kleidung an. Denn anders als sich viele vorstellen, handelt es sich bei „Fair Trade“-Mode nicht um Jutesäcke zum Überziehen. Modische Stoffhosen und Blazer, Kleider, schicke Blusen und Hemden in verschiedenen Farbtönen gehören zum Sortiment und unterscheiden sich rein optisch erst mal nicht von konventioneller Mode. Das überraschte auch die Schwestern Simone Schwandrau und Martina Biesenbach, die sich als Models zur Verfügung stellten. „Die Haptik ist super, man merkt die gute Qualität. Und es ist sogar bezahlbar und nicht wesentlich teurer als ein Kleidungsstück mittelpreisiger Marken“, schwärmte Schwandrau. Sie selbst achte immer wieder darauf, fair gehandelte Produkte zu nutzen und gehe gerne im Weltladen einkaufen, erzählte sie. Den Aktionstag fand sie ansprechend und sinnvoll, um auch andere Menschen von Vielfalt und Qualität der fair gehandelten Produkte zu überzeugen. Ihr Schwester Martina Biesenbach, die mittlerweile in Köln wohnt, bedauert es gar, dass sie in der Domstadt nicht die Möglichkeit hat, fußläufig fair gehandelte und unverpackte Produkte zu kaufen, wie etwa in ihrer Heimatstadt. „Ich gehe gerne in den Welt- und Krämerladen und nehme dann meinen Monatsvorrat mit nach Köln.“

Mit dem Verlauf des Tages zeigten sich die Organisatorinnen sehr zufrieden: „Wir sind begeistert über die vielen interessierten Besucher und hoffen, dass wir noch mehr Leute für die Bedeutung vom fairen Handel sensibilisieren konnten“, sagte Buhlmann. Denn das Thema, mit dem sich der Weltladen vor Ort seit 40 Jahren beschäftigt, müsse immer wieder aufs Neue angeregt werden.