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Wermelskirchen: ADFC-Sprecher fordert Rad-Schulwegpläne

ADFC-Sprecher Wermelskirchen : Frank Schopphoff fordert Rad-Schulwegpläne

Das sagt der Club-Sprecher aus Wermelskirchen zu den schlechten Noten für die Stadt.

Als nicht ausreichend fahrradfreundlich bezeichnet Frank Schopphoff, Sprecher der ADFC Ortsgruppe Wermelskirchen seine Heimatstadt. „Fahrradfreundlich ist eine Stadt, wenn ein Vater sein Kind, der Opa sein Enkelkind ohne Sorge mit dem Rad zur weiterführenden Schule fahren lassen kann“, nennt er ein Kriterium. Die wenig erfreuliche Gesamtbewertung gemäß der Schulnote 4,2, die erst bei einer ortsspezifischen Analyse der politischen Rahmenbedingungen verständlich werde, sei mit der Note im Jahr 2016 identisch, so dass keine positiven Entwicklung bescheinigt wird. Insbesondere diejenigen werden frustriert sein, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend engagiert, jedoch offensichtlich wenig erfolgreich für ein besseres Ergebnis einer nachhaltigen Radverkehrsplanung eingesetzt haben“, teilt Schopphoff mit. Trotz der unübersehbaren Mängel ließen sich viele jedoch nicht den Spaß am Radfahren verderben.

Das Ergebnis der Zusatzfragen 2018 zur Familienfreundlichkeit ist nach Auffassung des ADFC Wermelskirchen von besonderem Interesse: Die Befragten sind überzeugt, dass man in Wermelskirchen Kinder im Grundschulalter nicht ohne schlechtes Gewissen allein Radfahren lassen darf (4,8), dass sie nicht unterstützt werden, mit dem Rad zur Schule zu fahren (4,8) und dass es folglich nicht üblich ist, dass Kinder mit dem Rad zur Schule fahren (4,8). Schopphoff: „Für Schüler insbesondere der weiterführenden Schulen sieht der ADFC vor Ort einen unmittelbaren Handlungsbedarf durch Rad-Schulwegpläne die Schulwege sicherer zu gestalten.“ Fahrradfreundlichkeit sei ein zunehmend wichtiger Standortfaktor für moderne Städte. „Diese Erkenntnis hat sich bei den Verantwortlichen der Verwaltung und Politik mehr und mehr durchgesetzt, obgleich der Wille, die sicherheitsrelevanten Radverkehrsplanungen für Alltags-und Freizeitradler konsequent umzusetzen, nicht immer ausreichend vorhanden ist.“

Große Fahrradmagazine berichten mittlerweile ausführlich über die Bahntrassen- und Panoramaradwege sowie über die neu beschilderten Rundtouren im Bergischen Land, die auch durch die Innenstadt führen. Es bereite dem ADFC Sorgen, wenn trotz des verbesserten Einsatzes für die Freizeit- und Alltagsradler in den letzten Jahren zahlreiche Besucher von nah und fern sowie Stadtbewohner über eine unzureichende Radverkehrsförderung und ein schlechtes Verkehrsklima in Wermelskirchen klagen. „Nachhaltige Radverkehrsförderung muss mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln durchgesetzt werden, damit Wermelskirchen endlich fahrradfreundlicher und familienfreundlicher wird“, appelliert Schopphoff. (pd)

(pd)