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Wermelskirchen: Absage des Ausbildungsplatz wegen Corona

Wermelskirchener sucht neue Lehrstelle : Ohne Ausbildungsplatz – wegen Corona

Weil die Auftragslage durch die Corona-Krise zu schwierig geworden ist, wurde allen Auszubildenden in dem kleinen Unternehmen abgesagt. Jetzt sucht Jonas Macholl eine neue Lehrstelle im Medienbereich.

Eigentlich war ihm der Ausbildungsplatz in einem kleinen Unternehmen in der Medienbranche sicher. Denn der Betrieb, bei dem er im vergangenen Jahr ein Praktikum gemacht und den er beim Endgespräch um eine Ausbildungsstelle gefragt hatte, hatte ihm fest zugesagt. Sogar der Ausbildungsvertrag zum Mediengestalter Bild und Ton war schon fertig – nur unterschrieben hatte Jonas Macholl noch nicht. Dann kam die schriftliche Absage per Mail. Begründung: Corona.

„Die Absage kam mitten in der Corona-Krise. Mir wurde mitgeteilt, dass ich die Stelle doch nicht antreten kann“, sagt Macholl. „Als Grund nannte das Unternehmen, dass momentan die Auftragslage nicht gegeben ist und auch alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden mussten.“ Neben ihm habe auch anderen künftigen Auszubildenden abgesagt werden müssen.

Jetzt hat der 19-Jährige keinen Ausbildungsplatz. Und in diesem Jahr wird er wahrscheinlich auch keinen mehr finden. „In der Medienbranche muss man früh anfangen, nach einem Ausbildungsstelle zu suchen“, sagt Jonas Macholl. Die Plätze seien dort nämlich schon immer schnell vergeben. Wie schwierig es ist, gerade in der momentanen Situation kurzfristig noch etwas zu finden, bekommt Jonas Macholl nun am eigenen Leib zu spüren. Mehr als 20 Bewerbungen hat er nach seiner Absage Anfang Mai abgeschickt – bisher ohne Erfolg. „Die meisten Unternehmen antworten mir, dass die Plätze entweder bereits vergeben sind oder dass sie in diesem Jahr nicht ausbilden können“, sagt Jonas Macholl.

Dabei will der 19-Jährige unbedingt eine Ausbildung in der Medienbranche machen. Für diesen Bereich interessiere er sich schon lange. Außerdem habe er schon immer gerne fotografiert und gefilmt. Seit Anfang des Jahres sogar mit einer Drohne, die er bei dem Gewinnspiel eines Youtubers gewonnen hat. Vor knapp zwei Jahren hat Jonas mit seinem älteren Bruder Janik ein Gewerbe angemeldet. Eine kleine Medienagentur für Grafik- und Webdesign mit Rundum-Service für Unternehmen. Unter der Webadresse frameout.de produzieren die beiden Videos, fotografieren und gestalten Internetauftritte.

„Die Begeisterung dafür kam von ganz alleine“, erzählt er. In der Realschule hat Jonas Macholl schließlich ein Praktikum beim WDR in Wuppertal gemacht, das ihm sehr gut gefallen hat. Danach stand für ihn der Entschluss fest, in diesem Bereich weiterzumachen. Nach seinem Abschluss an der Realschule wechselte der Wermelskirchener zum Berufskolleg am Haspel in Wuppertal. Dort hat er nach seinem Abschluss in diesem Jahr die Fachhochschulreife erlangt und ist auch staatlich geprüfter gestaltungstechnischer Assistent. Mit der Ausbildung wollte er seinem Traumberuf jetzt einen Schritt näher kommen.

Immerhin hat Jonas Macholl gerade ein einjähriges Praktikum bei einer anderen Firma in Aussicht gestellt bekommen. „Aber die Rahmenbedingungen und ob das Praktikum vergütet wird, habe ich noch nicht abgeklärt,“ sagt Macholl. Er will sich weiter um einen Ausbildungsplatz bewerben. Und wenn es in diesem Jahr nicht mehr klappt, dann im nächsten. „Hoffentlich macht mir das Virus dann nicht wieder einen Strich durch die Rechnung.“