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Wermelskirchen: Abfall, Kanal und Sterben wird teurer

Abwassergebühren in Wermelskirchen : Abfall, Kanal, Sterben: Alles wird teurer

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung die neuen Gebühren abgesegnet, die ab 1. Januar 2021 gültig sind. In allen Bereichen mussten Kosten angepasst werden. Die Abwassergebühr steigt mit 11,7 Prozent am höchsten.

Der Januar ist traditionell nicht der Lieblingsmonat für die Finanzen, weil nach dem Shopping fürs Weihnachtsfest unter anderem gleich diverse Versicherungen fällig werden. Jetzt legt auch die Stadtverwaltung nach mit neuen Gebühren, die ab Januar 2021 für die Haushalte gültig sind. Wochenlang haben sich Rüdiger Kulartz, Bereichsleiter der Kämmerei, und Stadtkämmerer Dirk Irlenbusch durch diverse Kalkulationen gerechnet, um im Haupt- und Finanzausschuss, der während der Corona-Pandemie die Beschlüsse des Rates tätigt, die Zahlen vorzulegen. Fazit der Fachmänner: Es wird ab dem kommenden Jahr tatsächlich alles teurer, aber die Steigerung hält sich im Rahmen.

Abfallbeseitigung Die meisten Haushalte in Wermelskirchen nutzen den Vollanschluss für die „Müllabfuhr“. Das heißt, die Gebühren werden fällig für Restabfall, Bioabfall und Papier. Hier steigen die Kosten ab Januar um 5,2 Prozent. 5,4 Prozent mehr Kosten wird für den Teilanschluss fällig, bei dem nur Restmüll und Papiertonne abgefahren werden. Ein Zwei-Personenhaushalt zahlt damit bei 10 Litern in der Woche 136,40 Euro beim Vollanschluss und 93,60 für den Teilanschluss. Das sind 6,80 Euro und 4,80 Euro mehr im Jahr. Im Drei-Personen-Haushalt werden 10,20 Euro auf den Vollanschluss aufgeschlagen, womit die Gesamtkosten bei 204,60 Euro liegen. 7,20 Euro mehr kostet der Teilanschluss, der dann mit 140,40 Euro berechnet wird. Die Zahlen für Vier-Personen-Haushalte: 272,80 oder aber 187,20 Euro pro zehn Liter in der Woche. Das sind Steigerungen von 13,60 und 9,60 Euro. Fünf-Personen-Haushalte zahlen 17 und 12 Euro mehr und damit insgesamt 341 sowie 234 Euro insgesamt für das ganze Jahr. Singles zahlen 68,20 oder 46,80 Euro und damit 3,40 Euro oder 2,40 Euro mehr als in 2020.

Abwasser Bei der Abwasserbeseitigung steigen die Gebühren, weil kostenintensive Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen anstehen, erklärt Rüdiger Kulartz. Diese ergeben sich aus dem Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) des Städtischen Abwasserbetriebes (SAW). Da das Abwassernetz mittlerweile auf alle anschlusspflichtigen Ortslagen erweitert wurde, geht es nun um die Sanierung der Abwasseranlagen. Die Kosten hierfür belaufen sich bis 2025 auf etwa 21,4 Millionen Euro. Als erstes stehen die Kanäle im Einzugsgebiet der Kläranlage Solingen-Burg auf dem Programm. Das Sanierungsgebiet umfasst etwa 1800 Kanalschächte sowie 55 Kilometer Freispiegelkanäle. Die Kanalsanierungsmaßnahme wird mit 7,1 Millionen Euro aufgeführt. Für die Wermelskirchener bedeutet das, dass die Schmutzwassergebühr um 11,7 Prozent steigt. Pro Kubikmeter Wasser werden ab 2021 3,62 Euro berechnet. Bisher sind es 3,24 Euro. Die Schmutzwasser-Durchleitung steht ab Januar mit 2,49 Euro und nicht mehr mit 2,12 Euro auf der Rechnung. Das sind 17,5 Prozent mehr. Niederschlagswasser wird neu berechnet mit 1,58 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.

Bestattungswesen Wer sich eine Grabstätte kaufen möchte, muss acht Prozent mehr bezahlen ab 2021. Auch die Bestattungsgebühren werden werden bis zu neun Prozent teurer. Dafür wird aber auf eine kostendeckende Gebühr für die Inanspruchnahme der Trauer- und Leichenhallen verzichtet. Ein Wahlgrab kostet künftig für die Nutzungsdauer von 25 Jahren 1658 Euro. Ein Urnenwahlgrab kostet 1149 Euro, ein Reihengrab 1161 Euro. Neu ist die Möglichkeit, ein Urnenrasenreihengrab für 804 Euro zu erwerben. Das anonyme Urnenreihengrab kostet 638 Euro. Bei einer Nutzungszeit von 30 Jahren erhöhen sich auch die Kosten. Für ein Wahlgrab werden dann 1990 Euro fällig. Dann ist auch eine Urnen-Baumbestattung möglich, die ab kommendem Jahr 1629 Euro kostet. Eine Bestattung auf der Aschestreuwiese kostet 919 Euro und die entsprechenden Bestattungsgebühren liegen be 272 Euro. Ansonsten liegen die Bestattungsgebühren bei 1089 Euro für Verstorbene ab sechs Jahren. Eine Urnenbestattung kostet 272 Euro, die Baumbestattung Urne 545 Euro. Dazu kommen noch die gebühren für die Einrichtung von Grabstätten auf dem Waldfriedhof udn die Errichtung von Grabmälern.