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Wermelskirchen: 21-Jähriger täuscht Straftaten vor

Amtsgericht Wermelskirchen : 21-Jähriger täuscht Straftaten vor

Ein 21-Jähriger aus Wermelskirchen musste sich vor dem Amtsgericht wegen der Vortäuschung einer Straftat verantworten. Die Verhandlung endete für ihn mit einer Verwarnung.

Dass das Vortäuschen einer Straftat selbst eine Straftat ist, sollte eigentlich klar sein. Schließlich muss die Polizei ausrücken, eine Anzeige wird aufgenommen, und der Justizapparat kommt ins Rollen. Ganz abgesehen davon, dass Unschuldige mit hineingezogen werden. Wenn dieses Vorgehen auffliegt, findet sich das vermeintliche Opfer der vermeintlichen Straftat ganz schnell selbst im Amtsgericht wieder.

Diese Erfahrung musste nun ein 21-Jähriger aus Wermelskirchen machen, der mittlerweile in Remscheid wohnt. Der junge Mann hatte am 16. Mai von einer Wohnung an der Burger Straße eine WhatsApp-Nachricht an einen Freund geschickt, in der er davon schrieb, dass er gerade bedroht und ausgeraubt werde. Als die Polizei zur angegebenen Adresse gekommen war, gab der Angeklagte hingegen an, dass er selbst diese Nachricht von besagtem Freund bekommen habe. Was natürlich direkt auffiel – und dem 21-Jährigen eine Anzeige wegen Vortäuschens einer Straftat einbrachte.

Der Angeklagte räumte die Verfehlung direkt ein und gab an, an jenem Abend bei Freunden zu Besuch gewesen zu sein. An diesem Abend habe er viel getrunken und gekifft, im Verlauf des Abends habe es zudem Stress mit dem anderen Besuch der Wohnungsinhaber gegeben. In der Folge habe er „dann aber Quatsch geschrieben“, wie er in seiner Aussage sagte. In den Chatverläufen, die die Richterin später auch vorlas, fielen Sätze wie: „Ich werde gerade überfallen und ausgenommen“, „Ich werde mit einer Gaspistole bedroht, und mir wird ein Messer an die Kehle gehalten“ und „Ruf die Bullen!“.

Als die von dem verständlicherweise besorgten Freund gerufene Polizei an die Burger Straße kam, kontrollierte sie das Handy des Angeklagten. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich sie nicht gerufen hätte und dass tatsächlich nichts passiert war“, sagte der Angeklagte. An dem weiteren Vorwurf, dass er den Polizisten gesagt habe, dass eigentlich der Freund überfallen worden sei, könne er sich hingegen nicht mehr erinnern. Er bestritt dies jedoch auch nicht. „Es war viel Alkohol im Spiel, ich kann mich nicht daran erinnern – aber es wird wohl so gewesen sein“, sagte der 21-Jährige.

Eine ebenfalls 21-jährige Frau war als Zeugin geladen worden. In ihrer Wohnung habe der Vorfall stattgefunden. Allerdings konnte die junge Frau nicht viel Erhellendes beitragen. Auf die Frage, warum die Polizei da gewesen sei, antwortete sie etwa: „Die Polizei war öfter bei uns…“ Es sei Alkohol konsumiert worden, allerdings wisse sie nicht wie viel. Der Angeklagte sei zudem „normal drauf“ gewesen sowie „ansprechbar“.

Die Jugendgerichtshilfe zeichnete in der Hauptverhandlung das Bild eines jungen Mannes, der noch nicht in seiner Persönlichkeit gefestigt und somit noch nicht ganz erwachsen sei. Sie rate dem Gericht daher, den Angeklagten zu verwarnen. „Ich würde auch befürworten, dass er noch einmal drei Termine bei der Suchtberatungsstelle vereinbart“, sagte die Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe. Dem schlossen sich die Richterin und auch die Staatsanwältin in ihrem Urteil an.