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Wermelsirchen: Figuren bevölkern das Rhombus-Gelände

Kunstausstellung in Wermelskirchen : Figuren bevölkern das Rhombus-Gelände

Zum Auftakt der zweitägigen Ausstellung „Figuren in der Fabrik“ kamen am Freitagabend viele Interessierte auf das alte Fabrikgelände.

Es sei die „unbändige Lust auf Kunst“ gewesen, die Christian Vogeler dazu bewogen habe, auf dem Rhombus-Gelände am vergangenen Wochenende eine zweitägige Kunstausstellung zu organisieren. Was sonst in geschlossenen Räumen stattfindet, ist im Fall der Ausstellung „Figuren in der Fabrik“ quasi eine Open-Air-Veranstaltung.

Schon am Eingang stehen und lehnen am Geländer bunt und phantasievoll gestaltete Figuren aus Pappmaché, die von Kindern im Rahmen eines Kunstprojekts unter der Leitung von Katja Burger gestaltet wurden. Dabei wird direkt Bezug auf die alte Fabrik genommen, wie auf den kleinen Zetteln an dem Pappkameraden des jeweiligen Nachwuchskünstlers zu lesen ist.

Am Freitagabend ist bei mildem Spätsommerwetter die Vernissage, nach und nach trudeln immer mehr Interessierte ein. Und sehen sich um. „Kunst ist für mich wie ein Nahrungsmittel, und wir alle haben so lange darauf verzichten müssen“, betont Vogeler. Nach einer kurzen Suche habe er auch relativ schnell neun Künstlerinnen und Künstler gefunden, die Lust darauf gehabt hätten, sich auf das ungewöhnliche Ambiente des Fabrikgeländes einzulassen. „Wir waren alle am Donnerstag hier, haben uns kennengelernt und dann direkt die Galvanik-Halle als geeigneten Ort für die Figuren der unterschiedlichsten Art entdeckt“, sagt Vogeler. Diese Figuren – große Pferde aus Metall von Sven Raik Bernick, Druckstöcke aus Holz von Michael Dangel, unterschiedliche Skulpturen von Bernhard Guski, Irmgard Kaduk, Bettina Ballendat, Ati von Gallwitz, Fotografien von Andy Köckle, Mosaik von Silke Busch und Didgeridoos von Martin di Giorgo – fügen sich wunderbar ins Gelände ein und bilden einen reizvollen Gegensatz zu der Halle.

  • V.l
André Frowein, Katja Burger, Sven
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„Die Halle ist kaputt, es dringen Wasser und Luft ein – darin steht die lebendige Kunst. Ob dieser Gegensatz funktioniert, wird sich zeigen, denn es ist ein Experiment“, sagt Vogeler. Auf jeden Fall ist es das, aber eines das prima funktioniert. Denn wie selbstverständlich stehen Skulpturen zwischen abgebrochenen Wänden, hängen Glasmosaike in Fensterhöhlen und schmiegen sich überall, mal versteckt, mal offensichtlich, kleinere Pappmaché-Figuren ins Gesamtbild auf dem Rhombus-Gelände.

Zum Auftakt der Vernissage gibt es dann noch ein besonderes Schmankerl für die Gäste. Zwischen den großen Skulpturen stellen sich vier junge, schwarzgekleidete Damen aus dem Ballettstudio „Momo“ auf, Musik kommt vom Band und die Tänzerinnen präsentieren eine Performance nach Maß – sind sozusagen ebenfalls „Figuren in der Fabrik“. Figuren der etwas anderen Art, aber nicht weniger reizvoll wie alles an dieser ungewöhnlichen Ausstellung.