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Wermelsirchen Erste Konfirmationen unter Corona-Regeln

Festgottesdienste in Dhünn und Hilgen-Neuenhaus : Erste Konfirmationen unter Corona-Regeln

In Hilgen-Neuenhaus und in Dhünn feierten die Evangelischen Gemeinden am Sonntag Konfirmationen. Die einen wichen unter den freien Himmel aus, die anderen feierten vier Gottesdienste hintereinander. Die Resonanz fiel rundum positiv aus.

Von Theresa Demski
Im Gemeindegarten in Neuenhaus lag am Sonntag Musik in der Luft. Die Stephanus-Combo spielte zum Konfirmationsgottesdienst auf der großen Wiese hinter dem Stephanus-Gemeindezentrum auf. Die fünf Jugendlichen, die ihren Festtag in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen verbrachten, saßen gut gekleidet in der ersten Reihe. Und weil Pfarrer Traugott Schuller gesundheitsbedingt plötzlich ausgefallen war, sprang Pfarrer Friedhelm Krämer ein. Rund 100 Besucher hatten mit reichlich Abstand auf den bereit gestellten Stühlen auf dem Rasen Platz genommen. „Das war eine sehr festliche und fröhliche Atmosphäre“, fasste Krämer anschließend zusammen. Und es habe Stimmen gegeben, die die Frage ins Spiel gebracht hätten, ob die Konfirmation künftig nicht immer unter freiem Himmel gefeiert werden könnte.

Dabei war das Modell eigentlich eine Notlösung: Weil die Corona-Schutzverordnung Menschenansammlungen weiter untersagt und die Einhaltung der Abstandsregelungen einfordert, hatte die Gemeinde ihren Konfirmationsgottesdienst in diesem Jahr erst verschoben und dann ins Freie verlegt. Noch am Mittwoch vor dem großen Fest hatte das Presbyterium eine Entscheidung über das Abendmahl getroffen, das bisher aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden war. Zur Konfirmation kehrte es in den Gottesdienst zurück – nur mit Brot und unter besonderen Hygieneauflagen. „So konnten wir mit den Jugendlichen auch nach der Konfirmation gemeinsam Abendmahl feiern“, freute sich Pfarrer Krämer.

Der war kurzfristig für seinen Kollegen eingesprungen und hatte mit den Konfirmanden noch am Montag zuvor einen Aktionstag verbracht – um sich kennenzulernen und gemeinsam auf den besonderen Tag vorzubereiten. Mit Erfolg: Jugendliche und Gemeinde schienen bestens eingestimmt. Die Musik und den Gesang im Festgottesdienst übernahmen größtenteils die Mitglieder der Stephanus-Combo. Wer wollte und genug Abstand hatte, stimmte leise mit ein. „So hatten wir eine erfrischend lockere Feier“, fasste Krämer zusammen, „für uns alle war es wichtig, Kirche mal wieder so lebendig zu erleben“.

Auch die Evangelische Kirchengemeinde in Dhünn legte sich für ihre Konfirmanden am Sonntag richtig ins Zeug. Weil laut Corona-Schutzverordnung nur 50 Besucher in der Kirche Platz nehmen dürfen, teilte Pfarrer Reinald Rüsing die Konfirmandengruppe kurzerhand in vier Kleingruppen ein. Mit jeweils fünf Konfirmanden – und einem Zwillingspaar – feierte die Gemeinde kurze Konfirmationsgottesdienste. „Es war sehr festlich und die Resonanz der Familien war positiv“, stellte Pfarrer Rüsing anschließend fest. Er konfirmierte jeweils fünf, in einer Gruppe sechs Jugendliche, die auf Stühlen im Altarraum Platz nahmen. Jeder der Konfirmanden durfte zehn Angehörige mitbringen. „Weil wir auf Gesang noch verzichten müssen, hat die Orgel die musikalische Begleitung übernommen“, erklärte der Pfarrer. So dauerten die Gottesdienste nur rund 30 Minuten, Presbyter und andere Ehrenamtliche übernahmen anschließend Lüften und Desinfektion, bevor 15 Minuten später der nächste Gottesdienst begann.

In einem Zelt vor der Kirche nahmen die Presbyter zuvor alle Daten und Namen der Besucher auf. Von Hektik habe es allerdings keine Spur gegeben, ganz im Gegenteil. Viele Freiwillige hätten sich engagiert und Teams gegründet, um die vier Gottesdienste ab 9.30 Uhr zu ermöglichen. „Wir haben diesen Tag lange vorbereitet“, berichtete Pfarrer Rüsing, „samt Generalprobe.“ Die Vorbereitung der Jugendlichen auf die Konfirmation war wegen der Corona-Krise und des Lockdowns reduzierter ausgefallen. Auch mit Blick auf die weiteren Konfirmationen, die in den Wermelskirchener Gemeinden in den nächsten Wochen stattfinden, habe man nun vorbildlich sein wollen. Am Ende des Tages blickte das Team um Rüsing zufrieden auf den Festtag zurück: „Es war richtig schön und ich glaube, es ist uns auch gelungen, den Konfirmanden trotz der besonderen Umstände die Zuwendung und Aufmerksam zu geben, die sie verdient haben“.