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Wenn Künstler vom Frühling träumen

Kunstausstellung in der Galerie Markt 9 in Wermelskirchen : Wenn Künstler vom Frühling träumen

(resa) Wenn Martina Haack an den Frühling denkt, dann fallen ihr die Kröten ein, die sie über die Straße trägt, um ihnen das Leben zu retten. Dann denkt sie an die täglichen Spaziergänge im Wald und die erste Entdeckung des Huflattichs.

„Der erste Frühlingsbote“, sagt sie. Ihre Gedanken hat sie in Farbe gefasst, den Rahmen gleich mit verziert. „Ich mag es lieblich“, sagt die Wermelskirchener Künstlerin. Das Ergebnis können Besucher noch bis zum 26. Mai in Markt 9 sehen. Insgesamt 16 Künstler des Kunstvereins zeigen in der Ausstellung „Veronika, der Lenz ist da“ den Frühling von ihrer schönsten Seite. Acryl und Radierungen sind in der kleinen, schmucken Galerie zu finden, Giclée-Druck und Papiermaché, Mischtechniken auf Holz, Zeichnungen, Ölpastelle, Aquarelle und Collagen. Und so vielseitig die Techniken sind, so vielseitig fallen auch die Motive aus.

Jahreszeiten sind ein dankbares Thema für Künstler“, sagt Martina Haack, „und der Frühling gibt viel her. Da fällt jedem etwas zu ein.“ Die Spannung bei der Vernissage war also groß. Es sei sehr interessant zu sehen, wie sich die anderen Künstler dem Thema nähern, sagt Roswitha Geisler. Jeder assoziiere etwas anderes mit dem Frühling. Und so finden Besucher in der Ausstellung die lieblichen Bilder aus Wald und Wiese ebenso wie ganz unerwartete Einblicke. Dazu gehört zum Beispiel der Linolschnitt von Spargelstangen. Und dazu gehören auch die Werke von Roswitha Geisler, bei denen für manch einen Betrachter erst auf den zweiten Blick der Frühling sichtbar wird, aber dann zu klingen beginnt.

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Die Künstlerin hat in ihren Unterlagen alte Ufa-Schlagerhefte gefunden und sie in ihre Kunst eingearbeitet. So entdecken Betrachter an den Wänden in Markt 9 nun auch rund 80 Jahre alte Notenblätter der Comedian Harmonists. Und weil die erste Boygroup der Geschichte jene Melodie zum Frühling geschaffen hat, die der Ausstellung nun ihren Namen leiht, wollte Roswitha Geisler den Musikern auch ein Denkmal schaffen. Das Ergebnis zeigt die Comedian Harmonists als Tintezeichnung auf Kreide, im Hintergrund das Notenblatt.

Gleich daneben hat die Künstlerin eines der wertvollen Notenpapiere mit einer Frühlingsblume verziert und auch Joni Mitchell und ihre Gitarre haben ein Platz auf Notenpapier gefunden. Wer dann weiter durch die Galerie flaniert, findet kleine, gerahmte Kunstwerke und große Leinwände, entdeckt Motive aus dem Bergischen und aus der Tierwelt.

Die Ausstellung ist bis zum 26. Mai zu sehen – immer mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.