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Wemelskirchen Junger Mann fährt nachts auf der L 409 gegen umgestürzten Baum

Gerichtsurteil : Junger Mann fährt nachts auf der L 409 gegen umgestürzten Baum

Der Vater des Verunfallten reichte Klage gegen das Land NRW ein und scheitert vor dem Kölner Landgericht. Straßenkontrollen seien regelmäßig durchgeführt worden.

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass ein Eigentümer keinen Schadensersatz für sein beschädigtes Auto erhält, wenn der Fahrer mit dem Wagen gegen einen umgestürzten Baum fährt, der hinter einer Kurve quer auf der Fahrbahn liegt. Der Kläger macht Schadenersatz wegen seines beschädigten Autos in Höhe von 4.578,08 Euro gegen das Land Nordrhein-Westfalen geltend.

Was war geschehen? Am 7. Januar 2020 fuhr der Sohn des Klägers mit dessen Wagen gegen 2.30 Uhr in Wermelskirchen auf der Landstraße 409. Der Kläger behauptet, dass sein Sohn dort mit einem Baum kollidiert sei, der hinter einer Rechtskurve quer über der Straße lag, nachdem er umgestürzt war. Durch den nächtlichen Zusammenstoß sei ein Schaden an dem Fahrzeug verursacht worden. Vorwurf des Klägers war nun: Die Kontrolleure, die sich die Bäume im Auftrag des Landes NRW regelmäßig ansehen und überprüfen, hätten beim letzten Check erkennen müssen, dass der Baum in einem schlechten Zustand gewesen sei. Bei näherer Untersuchung hätte sich herausgestellt, dass der Baum krank war und die Gefahr bestand, dass der Baum auf die Straße fällt.

Das Land NRW ist als Beklagte jedoch ist der Ansicht, die Kontrollen seien regelmäßig und sorgfältig durchgeführt worden. Zumindest sei Anfang Januar 2020 bei der letzten Kontrolle kein äußerlich erkennbarer Befund für eine Umsturzge-fährdung festgestellt worden. Das Kölner Landgericht hat die Ansprüche des Klägers auf Schadensersatz abgewiesen. NRW ist für die Straße verantwortlich und muss dafür Sorge tragen, dass sich diese in einem Zustand befindet, der eine möglichst gefahrlose Nutzung zulässt, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle des Landgerichts. Die erforderlichen Kontrollen der Straßenbäume wurden auch regelmäßig vorgenommen. Eine schuldhafte Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch das Land liege allerdings nur dann vor, wenn Anzeichen übersehen worden wären, die auf eine weitere Gefahr durch den Baum hingewiesen hätten. Der Kläger habe aber weder erklären können, was die Ursache für den Umsturz des Baums gewesen sei noch, warum das bei der letzten Kontrolle hätte erkennbar sein müssen.

Die vom Land angegebene Wurzelfäule, die den Baum befallen haben soll, sei nach außen nicht sichtbar gewesen. Da der Baum mittlerweile längst beseitigt worden ist, sei auch eine weitere Begutachtung nicht möglich. Es könne daher nicht mehr fachgerecht überprüft werden, ob die vom Kläger behaupteten Anzeichen für den schlechten Zustand des Baumes tatsächlich vorgelegen haben.

(tei.-)