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Wermelskirchen: Weik verzichtet auf Wahl ein Jahr früher

Wermelskirchen : Weik verzichtet auf Wahl ein Jahr früher

Es wird keinen gemeinsamen Termin für die Wahl von Stadtrat und Bürgermeister 2014 geben, denn Eric Weik bleibt bis zum Ende der Wahlperiode 2015 im Amt. Im Kreis bilden Wermelskirchen und Odenthal damit die Ausnahme.

Eric Weik hält an seinem Standpunkt fest: Er wird nicht von seinem Amt zurücktreten, um den Weg für eine gemeinsame Wahl von Stadtrat und Bürgermeister im kommenden Jahr freizumachen. "Ich bleibe dabei, was ich 2009 den Wählern gesagt habe: Ich werde dieses Amt über die gesamte Wahlperiode ausüben. Auf mich kann man sich verlassen", sagte Weik gestern auf Anfrage. Es gebe viele Großprojekte — Schulentwicklung, Rathausfassade, Haushaltslage — um die er sich weiter kümmern müsse. "Ich wüsste keinen Grund, warum ich aufhören soll."

Der Landtag hatte Anfang des Jahres ein Gesetz verabschiedet, dass in NRW Räte und Bürgermeister künftig wieder gemeinsam gewählt werden sollen. Das Gesetz greift erst ab 2020, es besteht aber einmalig die Gelegenheit, dass die Bürgermeister ihr Amt vorzeitig niederlegen, um die Wahltermine bereits im kommenden Jahr zusammenzulegen. In Wermelskirchen bleibt es aber dabei: 2014 steht die Kommunalwahl an, ein Jahr später wird der Erste Bürger der Stadt neu gewählt.

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Im Kreis stellt Wermelskirchen damit eine Ausnahme dar. Lediglich Wolfgang Roeske, parteiloser Bürgermeister Odenthals, hat sich wie Weik entschieden, bis 2015 im Amt zu bleiben. In Leichlingen (Ernst Müller, SPD), Bergisch Gladbach (Lutz Urbach), Burscheid (Stefan Caplan), Kürten (Ulrich Iwanow), Overath (Andreas Heider) und Rösrath (Marcus Mombauer, alle CDU) haben sich die Bürgermeister für einen gemeinsamen Wahltermin am 25. Mai 2014 entschieden.

Der Vorstand der CDU Rhein-Berg zeigte sich erfreut über die Entscheidungen ihrer Bürgermeister, sich schon im kommenden Jahr dem Wählervotum stellen zu wollen. "Wer gute Arbeit leistet, braucht sich vor den Bürgern nicht zu verstecken und kann mutig vor die Wähler treten", sagte gestern Rainer Deppe, Kreisvorsitzender der CDU. Da ihre Bürgermeister im Kreis eine gute Bilanz vorweisen könnten, gehe die CDU voller Zuversicht in den Wahlkampf.

Dabei setzt sie auf eine hohe Wahlbeteiligung. "Wir können dann im Rheinisch-Bergischen Kreis hervorragende Ergebnisse erzielen", sagte Deppe, der vor allem die Spareffekte durch die Zusammenlegung der Wahlen hervorhebt. "Ich habe großen Respekt vor den persönlichen Entscheidungen, jetzt freiwillig auf ein Jahr Amtszeit zu verzichten, um den Gemeinden zusätzliche Kosten zu ersparen", betonte der Kreisvorsitzende. Das sieht Weik anders: Das Amt sei zu wichtig, als dass man den Weg freimacht, um ein paar Tausend Euro einzusparen. Fühlt sich Weik durch die Entscheidungen der übrigen Bürgermeister im Kreis unter Druck gesetzt? "Überhaupt nicht. Laut Gesetz geht meine Wahlperiode bis 2015 — warum sollte ich von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen?" Für ihn sei die Trennung von Kommunal- und Bürgermeisterwahl wichtig. "Jetzt müssen die Politiker bei der Kommunalwahl deutlich machen, für welche Ziele und Inhalte sie stehen — und können nicht nur auf dem Bürgermeister herumhacken."

Ob er sich 2015 erneut zur Wahl stellt, ließ Weik offen. "Dafür ist es noch zu früh. Ab dem Zeitpunkt, wo ich sage, dass ich kandidiere, geht nämlich schon der Wahlkampf los."

(RP)