Wermelskirchen: Wasserversorger lehnen Konzessionsabgabe ab

Wermelskirchen : Wasserversorger lehnen Konzessionsabgabe ab

"Wir sehen unsere Aufgabe darin, unsere Mitglieder mit Trinkwasser zu beliefern. Wir sind nicht dazu da, den städtischen Haushalt zu sanieren": Klare Worte eines Mannes, der seit über 20 Jahren ehrenamtlich dafür sorgt, dass im Bereich Dabringhausen die Bürger ihr Trinkwasser preisgünstig und zuverlässig bekommen. Walter Stahlhacke ist Vorsteher des Wasserversorgungsverbandes – die vier Verbände in Dabringhausen, Osminghausen, Halzenberg und Ketzberger Höhe sollen nun Konzessionsabgaben bezahlen. Das schlägt der Kämmerer vor, um den Haushalt zu sanieren.

Vorbild ist hier natürlich die BEW. Dort ist die Stadt Wermelskirchen Miteigentümer – ihr Anteil beträgt 25,1 Prozent. Für 2012 darf sich der Kämmerer auf Einnahmen von 1,9 Millionen Euro freuen, die das Unternehmen an Konzessionsabgabe an Wermelskirchen bezahlt. Die zusätzliche Gewinnausschüttung dürfte bei einer Million Euro liegen. Mit einer Konzessionsabgabe der vier Wasserversorgungsverbände erhofft sich Kämmerer Bernd Hibst Mehreinnahmen von 70 000 Euro.

Inzwischen haben sich die Vorsteher der vier Verbände laut Stahlhacke einmal getroffen und darüber beratschlagt. Stahlhacke gibt seinen Eindruck wieder: "Wir sind nicht gewillt zu zahlen." Er wisse auch nicht, ob die Verbände zahlen müssten. "Die BEW hat ein anderes Geschäftsgebaren. Wir als Wasserversorgungsverbände haben kein Gewinnstreben. Jeglichen Überschuss stecken wir in die Netze, um sie in Ordnung zu halten."

In allen Versorgungsverbänden würden die Aktiven ehrenamtlich arbeiten und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. 1,40 Euro pro Kubikmeter zahlen die 1657 Mitglieder in Dabringhausen. Damit wird das vom Wasserwerk Schürholz gelieferte Trinkwasser bezahlt und das 35 Kilometer lange Rohrleitungsnetz in Ordnung gehalten. Die BEW verlangt 1,77 Euro je Kubikmeter, zusätzlich 9,63 Euro je Monat Grundgebühr. Für Schmutz- und Regenwasser zahlen alle Bürger den gleichen Beitrag. Diese Gebühren werden auch vom Wasserversorgungsverband mit eingezogen und dann an die Stadtkasse überwiesen. Stahlhacke meinte, er wolle jetzt erst einmal die Begründung der Stadt hören, warum die Versorgungsverbände Konzessionsabgaben bezahlen sollen. "Wir beliefern doch die Stadt mit Löschwasser für die Feuerwehr. Soviel, wie die Einsatzkräfte benötigen. Das stellen wir ja auch nicht in Rechnung." Nach einem spontanen Treffen mit dem Kämmerer habe er, Stahlhacke, den Eindruck gewonnen, dass die Stadt auch noch nicht sicher sei, ob sie die Konzessionsabgabe künftig verlangen wolle – auch wenn's so im Haushalt stehe. Es werde jedenfalls Zeit, mal darüber zu sprechen.

(RP)