1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Wanderwege fallen für "Panoramasteig" weg

Wermelskirchen : Wanderwege fallen für "Panoramasteig" weg

Die Umsetzung des "Bergischen Panoramasteigs" scheint in seiner Konsequenz völlig an der Wermelskirchener Politik vorbei zu gehen. Diesen Eindruck hat zumindest der SPD-Politiker Bernhard Schulte.

Nach seinen Ausführungen im Fachausschus soll das städtische Wandernetz völlig neu sortiert werden — von den rund 280 Kilometern sollen rund 90 Kilometer gestrichen werden. "Davon haben wir bislang nichts gehört. So etwas muss vorher auf den Tisch, und nicht erst, wenn wir nicht mehr eingreifen können", schimpfte der Sozialdemokrat.

Der Technische Beigeordnete Dr. André Prusa zeigte den Politikern angesichts der jüngsten Kritik im Stadtrat kurz den zeitlichen Ablauf der Diskussion seit Sommer 2011 mit Verantwortlichen des "Panoramasteigs" auf — er kam zu dem Schluss, dass "dieser Prozess nicht einwandfrei abgelaufen" und das "Benehmen mit den Eigentümern" nicht erfolgt sei. Deshalb habe sich nach Auffassung der Stadtverwaltung der SGV mit jedem einzelnen Grundstückseigentümer abzustimmen — und zwar vertraglich.

Seit 2008 Kooperationsverträge

Das sei auch der Grund, warum die Stadt Widerspruch gegen die Bekanntmachung, die vor Weihnachten veröffentlicht wurde, eingelegt habe — "hier war noch wenige Tage vorher in einer Eigentümer-Versammlung im Rathaus von Vertretern der Naturarena erklärt worden, dass nichts über deren Köpfe geschehe, man wollte sich mit ihnen ins Benehmen setzen — und dann geschieht mit der Bekanntmachung das Gegenteil." Auf der anderen Seite, so Dr. Prusa, gebe es seit 2008 Kooperationsverträge mit der Stadt Wermelskirchen und der Naturarena, wo es heiße, die Kommune unterstütze das Wegemanagement im Zusammenhang mit dem "Panoramasteig".

  • Wermelskirchen : Auf Trampelpfaden wandern
  • Wermelskirchen : Zur Entschleunigung auf den Panoramasteig
  • Radevormwald : Panoramasteig fit für den Herbst machen

Schulte: "Benehmen erfolgte"

Schulte machte deutlich, dass der Weg für den Tourismus "allerhöchste Bedeutung" habe. Im BM-Gespräch erklärte der Jurist, dass sich die Naturarena doch "ins Benehmen" mit den Eigentümern gesetzt habe — und zwar rechtens mit der öffentlichen Bekanntmachung. Denn das Gesetz besage, wenn mehr als 50 Eigentümer betroffen seien, reiche eine Bekanntmachung.

Dass die Politik noch nicht eingebunden worden sei, rechtfertigte der Beigeordnete damit, dass es noch zu viele Fragestellungen gegeben hätte. "Wir brauchen Ruhe in dem Prozess, um die überbordende Planung zu entschlacken." Ob das gelingt, scheint nicht klar: Da sich laut Friedel Burghoff (Büfo) der SGV von allem distanziert habe, habe auch noch keine Beschilderung stattgefunden. "Am 10. Juni soll der Panoramasteig eingeweiht werden. Bis jetzt sind noch keine Eigentümer zusammengekommen, um die grundsätzlichen Probleme zu besprechen."

www.rp-online.de/wermelskirchen

(RP/rl)