Wermelskirchen Waldschule – Ortstermin der SPD wirft viele Fragen auf

Wermelskirchen · Die neue Waldschule auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskinderheims am Vogelsang kommt. Doch wie kommen die Schüler dort hin? Wo sollen die Schulbusse fahren. Und wo die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen? "Nach einem Stadtplan zu planen ist einfach", sagte Jochen Bilstein, Fraktionsvorsitzender der SPD. "Vor Ort sieht die Situation oft ganz anders aus".

Um das Problem hautnah zu erleben, hatte die SPD-Fraktion zur Ortsbesichtigung mit Rundgang eingeladen. Fast 40 Bürger kamen. Bilstein hatte die Pläne der vier Varianten mitgebracht, die derzeit zur Diskussion stehen.

Variante 1 Zufahrt über die Friedhofstraße, Ausbau des Forstweges zu den Tennisplätzen mit Wendemöglichkeit für Busse und Pkw. Dort sollen auch die Lehrer parken. "Und wo parken die Tennisspieler?" Eine Frage, an die niemand gedacht hatte. Anwohner zweifeln auch, dass sich die Eltern an die Regelung halten. "Die werden am Haus Vogelsang vorbei bis zur Schule fahren", sagte Anwohnerin Ulla Wagner.

Variante 2 Busse und Pkw fahren über die Friedhofstraße bis zum Haus Vogelsang. Dort wird auf dem Bolzplatz eine Wendemöglichkeit geschaffen. Klaus Dieter Rath vom Beirat im Haus Vogelsang sieht eine Gefährdung der Senioren. "Und warum will man den Behinderten diesen Platz wegnehmen?", fragte er.

Variante 3 Für den Bus wird eine neue Haltestelle an der Dhünner Straße/Feldstraße eingerichtet. Alle waren sich einig, dass die Feldstraße als Schulweg völlig ungeeignet ist. Auch eine Haltestelle für die Eltern im Bereich der Friedhofstraße sei überflüssig, da sich niemand daran halten wird.

Variante 4 Der Bus fährt durch die Feldstraße und bekommt im Bereich Friedhofstraße eine neue Haltestelle. Da hatten viele Zweifel, da die Feldstraße sehr eng ist und es auch heute schon ohne Busverkehr zu gefährlichen Situationen kommt. Das neue Schulgelände soll auch eine kleine Turnhalle bekommen. "Wird die dann von Vereinen am Abend und am Wochenende genutzt?" "Wo parken dann die Besucher?" Ein neues Problem.

Widersprüchliche Angaben tauchten bei der Zahl der Pkw auf. Die Stadt geht von 60 bis 70 aus, mit denen Schüler gebracht und geholt werden. Dagmar Strehlow, Leiterin der Ostschule, hat an verschiedenen Tagen nur 30 gezählt. Für alle eine akzeptable und bezahlbare Lösung zu finden, dürfte nicht einfach sein.

Als die Gruppe vor Haus Vogelsang diskutiert, bahnt sich eine Autofahrerin einen Weg durch die Menschen. Als dies nicht schnell genug geschieht, wird gehupt, um viel zu schnell weiter zu fahren. "Genau das ist das Problem", sagte SPD-Ratsmitglied Berhard Schulte. "Hier ist eine Spielstraße mit erlaubten sieben km/h. Wie werden wohl die Eltern künftig hier durchfahren?"

(wsb)
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