Katholisches Familienzentrum in Wermelskirchen Walderlebnis mit allen Sinnen für die Familie

Wermelskirchen · Waldwanderung im Eifgen: „Bei all meinen umweltpädagogischen Aktionen und Ausflügen geht es in erster Linie um das Erleben und Begreifen“, so die Referentin Sonja Robbe.

 Beim Walderlebnistag haben die Familien einen Turm aus Naturmaterial gebaut.

Beim Walderlebnistag haben die Familien einen Turm aus Naturmaterial gebaut.

Foto: Sonja Robbe

Morgens am Eifgen-Wanderparkplatz. Mick (3) ist das Ganze noch nicht geheuer. Mit Oma und Papa ist er extra aus Remscheid gekommen, um bei bestem Wetter den Wald unsicher zu machen – aber vorsichtshalber bleibt er erstmal konsequent im Kinderwagen sitzen. Verdeck runter, mit sicherem Abstand alles beobachten. Für Sonja Robbe, die als Referentin den dreistündigen Walderlebnis-Ausflug im Auftrag des katholischen Familienzentrums leitet, gar kein Problem. „Es ist völlig in Ordnung, wenn Kinder nicht sofort drauflos stürmen – jeder hat sein eigenes Tempo und manche sind zu Beginn einfach noch zurückhaltend“, so die Diplom-Pädagogin.

Zum zweiten Mal ist sie im Auftrag des katholischen Familienzentrums mit Groß und Klein in der Natur unterwegs. Und die Familien sind gespannt, was sie erwartet. Wer jedoch Fachbegriffe oder botanisches Expertenwissen erwartet, wird enttäuscht. „Bei all meinen umweltpädagogischen Aktionen und Ausflügen geht es in erster Linie um das Erleben und Begreifen. Wenn ich als Kind eine kleine Schnecke auf der Hand gehalten habe, Krabbeltiere mit der Lupe beobachten durfte, mit Mama, Papa oder Opa ein Waldsofa gebaut habe oder aus einer sauberen Quelle trinken konnte, dann fühle ich mich verbunden mit der Natur. Und es fällt mir später im Leben doch etwas leichter, mich auf umweltrelevante Themen einzulassen “, so Robbe.

Meist sind es nämlich die Erwachsenen, die auf eine Waldspinne oder einen glibbrigen Pilz mit „Igitt!“ reagieren und Kinder damit ganz unbewusst konditionieren. Damit das gar nicht erst passiert, baut die Pädagogin alle paar Meter ein paar interessante Spiele ein: Wer findet die meisten Farben im Wald? Welche Familie baut den höchsten Turm aus Rinde und Ästen? Wie kann man mit Zapfen schöne Wurf- und Zielspiele durchführen? Kinder und Erwachsene sind so beschäftigt, dass sie gar nicht merken, wie schnell die Zeit vergeht und sie nach drei Stunden wieder am Parkplatz angekommen sind. Mit vielen Anregungen, Tipps und Eindrücken im Gepäck.

Und Mick? Ist am Ende des Ausflugs überhaupt nicht mehr in den Kinderwagen zu kriegen. Er spielt noch völlig versunken mit Steinen und Stöcken am Eifgenbach, als alle anderen längst den Heimweg antreten.

(tei.-)