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Ansichtssache: Wachstum mit Augenmaß

Ansichtssache : Wachstum mit Augenmaß

Um in Zukunft 40.000 Einwohner zu erreichen, muss in Wermelskirchen viel gebaut werden. Das ist in Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenverbrauch und Wohnansprüche eine Herausforderung.

Die Rheinmetropolen boomen. Aber sie haben kaum Platz für Neubauten. Mieten werden teurer, Immobilienpreise steigen. Hier sehen andere Kommunen ihre Chance, ein Stück vom Kuchen  der Wachstumsregion abzukommen. Kein Wunder also, dass Politiker in Wermelskirchen ein Wachstumsziel ausrufen. 40.000 Einwohner schlagen  CDU, FDP, WNKUWG und BüFo als Ziel vor. Generell eine gute Sache. Denn schrumpfende Städte haben kein gutes Image. Stagnierende oder gar sinkende Einwohnerzahlen verbinden viele mit Abwanderung, Unattraktivität, Abwärtsspirale. In diesen Strudel darf Wermelskirchen nicht geraten.

Aber ein Wachstum mit Augenmaß wird eine riesengroße Herausforderung werden. Es muss alles vermieden werden, dass sich ungebremstes Wachstum in monotonen Mehrfamilienhaussiedlungen niederschlägt, dass wertvolle Grünareale geopfert werden. Niemand braucht eine Wiederholung der Bausünden der 60er, 70er Jahre. Heute muss man dem Gebot eines sozialen Mixes in neuen Wohngebieten Rechnung tragen, ökologisches und klimaschonendes Bauen berücksichtigen, mit pfiffiger Architektur, neuen Wohnformen und Wohnumfeldgestaltungen auftrumpfen, Infrastrukturangebote und Mobilitätsangebote mitplanen, die Nachfrage auf Mieter- und Käuferseite ermitteln, deren Bedarfe ernst nehmen. Hier muss mit einer Vision einer neuen Art des Wohnens und Lebens vor Augen steuernd eingriffen werden. Dabei empfiehlt sich ein Blick über den Tellerrand, in andere Städte und ins Ausland, wie so etwas aussehen könnte und sich kostengünstig umsetzen lässt. Ein Mehr an Wohnraumangebot reicht heutzutage nicht mehr. Es bleibt zu hoffen, dass Bauen mit Augenmaß in Wermelskirchen mit dem Baulandmanagement gelingt.