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Wermelskirchen: Vorsorge statt Brustkrebs

Wermelskirchen : Vorsorge statt Brustkrebs

Das zentrale kostenfreie Mammographie-Screening ist von den Wermelskirchenerinnen rege genutzt worden. Die Beteiligung und die Früherkennungsquote bei den 50- bis 69-Jährigen lagen über dem Landesdurchschnitt.

An Brustkrebs erkranken im Bergischen Land jährlich etwa 800 Frauen. Doch die Heilungschancen sind bei entsprechender Früherkennung groß. Röntgenfacharzt Dr. Bernhard-Paul Knopp freut sich über die gute Beteiligung an dem kostenfreien Mammographie-Screening, zu dem seit März vorigen Jahres die insgesamt 4600 Wermelskirchenerinnen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren eingeladen worden waren. Die Untersuchungen seien jetzt weitestgehend abgeschlossen, die Beteiligung liege mit 52,3 Prozent über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen, hebt der Arzt hervor. Im Bergischen Land seien insgesamt 71 924 Frauen eingeladen worden, 37 623 seien zur Brustkrebsfrüherkennung gekommen. 313 gesicherte Karzinome seien festgestellt worden; davon elf bei Wermelskirchenerinnen. Bei fünf weiteren Frauen stehe das Operationsergebnis noch aus, bilanziert Diplom-Biologin Iris Michelmann vom Koordinationsteam des Mammographie-Screenings.

Auch muslimische Frauen kamen

Bei dem in Lennep durchgeführten zentralen Screening wurden die Frauen aus den umliegenden Städten erstmalig ab dem Jahrgang 1958 zur Mammographie eingeladen. Die älteren Frauen bekamen außerdem die Gelegenheit, nach genau zwei Jahren eine weitere Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. "Es sind erfreulicherweise auch spontan viele jüngere Frauen der Jahrgänge 1958 und 1959 gekommen, aber es haben sich auch viele ältere Frauen von sich aus gemeldet", berichtet Dr. Knopp. Bemerkenswert sei auch der Zustrom von Migrantinnen und insbesondere solcher aus muslimischen Ländern. Von diesem Kreis sei es als besonders angenehm empfunden, dass die Mammographie-Untersuchung nur von weiblichen MTAs vorgenommen werde. Diese Mitarbeiterinnen seien speziell ausgebildet und inzwischen auch sehr erfahren, wofür auch die Untersuchungszahlen sprechen: 50 bis 65 Mammographien pro Tag, 8000 im Jahr, und im dritten Jahr des zentralen Screenings bereits 20 000 Brustuntersuchungen, bilanziert Dr. Knopp.

Dabei seien einige Kleinsttumore entdeckt worden, die in diesem frühen Stadium noch sehr gute Heilungschancen hätten. Deshalb sei es auch so wichtig, dass die Frauen frühzeitig zur Mammographie kommen: "Angst vor der Untersuchung bewirkt nur, dass ein möglicher Tumor größer und die Heilungschancen schlechter werden", verdeutlicht Dr. Knopp. Er appelliert an die Frauen, die der Einladung noch nicht gefolgt sind, auch jetzt noch Termine für die Mammographie zu vereinbaren. "Wir vergeben die Termine möglichst zeitnah. Wenn die Frauen schon ihre Angst überwinden und sich selbst melden, dann darf man sie auch nicht warten lassen," weiß der Arzt. Angst gebe es zwar auch weit verbreitet vor vermeintlichen Untersuchungsschmerzen. Die träten aber dank neuester Technik nur noch in Ausnahmefällen auf.

(RP)