Wermelskirchen Vollsperrung Kölner Str. – Gutachter prüft Steine

Wermelskirchen · Als vor 13 Monaten die Kölner Straße viereinhalb Jahre nach der Fertigstellung für zwei Tage gesperrt wurde, weil für einen Gutachter Kernbohrungen aus dem Unterbau der gepflasterten Straße genommen werden sollten, fassten sich schon viele Leute an den Kopf. Doch der Streit zwischen Stadt und Straßenbaufirma über die verrutschten schweren Steine ist noch nicht zu Ende: Nächste Woche, am Donnerstag und Freitag, wird die Kölner Straße noch einmal voll gesperrt. Dann wird ein neuer Gutachter die Ursache erforschen, warum sich die Pflastersteine verschieben.

 Im April 2011 wurde zum ersten Mal gebohrt.

Im April 2011 wurde zum ersten Mal gebohrt.

Foto: Dörner

Eigentlich müssten die in der Kölner Straße eingebauten Betonsteine für Schwerlastverkehr geeignet sein. Anscheinend gibt es aber Probleme: Denn es löst sich Material tief aus der Fuge, so dass die Steine nicht mehr stabil auf dem Dränagebeton liegen. Die Fugen werden breiter, das Fugenmaterial verschwindet, die verzahnten Steine verlieren Halt.

Wer zahlt die Reparatur?

Nun geht's ums Geld — zahlt die Firma Strabag, die vor fünf Jahren die Straße baute, einen neuen Unterbau, oder bleibt die Stadt drauf sitzen? Der städtische Gutachter, der vor einem Jahr die Bohrkerne untersuchte, hat bereits vor dem Landgericht ausgesagt. Doch das Gericht gibt sich damit nicht zufrieden und will ein "selbstständiges Beweisverfahren". Also muss noch einmal ein unabhängiger Gutachter kommen, den Arbeitern sagen, wo sie die Kölner Straße erneut öffnen und wo sie Kernbohrungen entnehmen sollen.

Das soll nun in der kommenden Woche geschehen. Deshalb wird die Straße am Donnerstag, 31. Mai, ab 9 Uhr zwischen der Einmündung Eich und der Stockhauser Straße voll gesperrt. Anlieger sind bereits informiert. Falls erforderlich, könnte auch am Freitag, 1. Juni, noch einmal die Straße gesperrt werden. Darauf müssen sich Verkehrsteilnehmer wie Anlieger einstellen, so die Stadtverwaltung.

Der Busverkehr wird über den Brückenweg und Thomas-Mann-Straße zum Busbahnhof umgeleitet. Die Bushaltestellen im Bereich Kölner Straße/katholische Kirche, Markt und Friedhof entfallen während der Vollsperrung. Im Bereich Brückenweg/Rathaus wird eine Ersatzhaltestelle eingerichtet — und zwar für die Linien der RVK und der Stadtwerke Remscheid.

Das Parken, so teilt die Stadtverwaltung mit, wird in diesem Zeitraum nicht auf der Kölner Straße möglich sein. Umleitungen für den Straßenverkehr werden ausgeschildert.

(RP)
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