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Viele Senioren in Wermelskirchen nutzen die Corona-App

Hohe Installationsquote : Viele Senioren nutzen die Corona-Warn-App

Auch ältere Menschen bringen technische Voraussetzungen und Interesse am digitalen Kampf gegen die Pandemie mit, wie in Wermelskirchen zu beobachten ist. Familien und Fachleute unterstützen bei der Handhabung.

Wer Werner Allendorf nach der Corona-App fragt, der bekommt sein Smartphone unter die Nase gehalten. „Die hier ?“ fragt er dann lachend und deutet auf die beruhigende Botschaft. „Bisher keine Risikobegegnung“, sagt er. Dann lässt er sein Handy wieder in der Tasche verschwinden.

Für ihn selbst sei es keine Frage gewesen: Natürlich habe er sich sofort die Corona-App runtergeladen. Das Programm gibt Nutzern darüber Aufschluss, ob sie sich in letzter Zeit mindestens 15 Minuten in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. „Wenn wir so mithelfen können, die Pandemie zu stoppen, mache ich natürlich mit“, sagt der Vorsitzende des Seniorenbeirats. Technische Probleme habe er nicht gehabt – weder beim Installieren, noch beim Bedienen der App. Das sei unkompliziert machbar, sagt er. Ähnliches hört er von anderen Senioren in Wermelskirchen.

„Ich habe unter den Senioren rumgefragt“, erzählt Allendorf. Und wer ein Smartphone besitze, habe sich in den allermeisten Fällen auch die Corona-App heruntergeladen. Er sei erstaunt darüber, wie viele Menschen zwischen 60 und 80 mit Handys umgehen würden. Unterstützung gebe es am Anfang oft von der Familie – von Kindern oder Enkelkindern. Jenseits der 75 Jahre werde es technisch gesehen etwas ruhiger, aber viele ältere Menschen würden inzwischen sicher mit dem Handy agieren. „Das sind dann nicht irgendwelche alten Geräte aus der Schublade, sondern moderne Smartphones“, erklärt Allendorf. Deswegen scheitere das Installieren der App auch nicht an veralteter Technik.

Den Eindruck haben auch Sonja Raschkowski und Nadine Theißen im „Haus der Begegnung“. Aktuell sind die Türen der alten Villa an der Schillerstraße noch geschlossen, die beiden Hauptamtlichen bereiten aber die Wiedereröffnung vor. Sie wissen: „Die meisten älteren Menschen haben ein Handy“. Die Erfahrung machen Sonja Raschkowski und Nadine Theißen auch im Alltag im „Haus der Begegnung“. Es gebe WhatsApp-Gruppen, mit deren Hilfe die Ehrenamtlichen und die Besucher miteinander kommunizieren. „Viele sind dadurch gut vernetzt“, sagt Nadine Theißen.

Im „Haus der Begegnung“ unterstützen Ehrenamtliche die Nutzung von Smartphones: Vor der coronabedingten Schließung gab es eine regelmäßige Gruppe, in der letzte Unsicherheiten mit den Mobiltelefonen ausgeräumt und Nutzer in der Handhabung sicher gemacht werden sollten. Auch der Kontakt zu einer Handy- und Laptop-Beraterin wird im Haus der Begegnung auf Nachfrage hergestellt.

Telefonische Fragen zur Corona-App seien in den vergangenen Wochen im Büro im „Haus der Begegnung“ nur sehr vereinzelt aufgetaucht, erzählt Nadine Theißen. Allerdings habe sie den Eindruck, dass Smartphones während der Corona-Krise auch bei älteren Menschen weiter an Bedeutung gewonnen hätten. „Deswegen planen wir auch, nach der Wiedereröffnung bei unserem Angebot ein Augenmerkt auf Handys und moderne Medien zu legen“, sagt Nadine Theißen.

Währenddessen macht Werner Allendorf unter den Senioren in der Stadt weiter Werbung für die App, die inzwischen rund 15 Millionen Bundesbürger installiert haben. Er nehme eine Verunsicherung über die Corona-Entwicklungen wahr. „Die meisten gehen aber vernünftig damit um“, sagt Allendorf. „Sie passen auf und tragen den Mundschutz.“ Er selbst mache sich auch manchmal Gedanken darüber, was passiere, wenn er über die App eine Warnung bekomme, sagt der Vorsitzende des Seniorenbeirats. Dann blickt er schnell noch mal auf das Display seines Smartphones. Alles im grünen Bereich.