Wermelskirchen: Viele Aktionen für den Nachwuchs vor der Katt

Wermelskirchen : Viele Aktionen für den Nachwuchs vor der Katt

Der Ortsverband des Kinderschutzbundes feierte gestern den Weltkindertag mit vielen Besuchern und bot ein spannendes Programm.

Als der selbstgebastelte "Rainmaker" schließlich hallend erklang, war das für die beiden sechsjährigen Emma und Arjen, den zweijährigen Juri sowie Liliana (acht) und Habiba (neun) ein besonderer Moment: Solch angenehme Töne, die durch an Nägel vorbeilaufenden Erbsen und Granulatstückchen erzeugt werden, hört man schließlich nicht alle Tage. Die fünf Jungen und Mädchen gehörten zu den unzähligen Besuchern, die bei der Weltkindertags-Veranstaltung des Wermelskirchener Kinderschutzbundes (KSB) in der Kattwinkelschen Fabrik für reges Treiben sorgten.

Im Gymnastikraum quartierte sich die "Werkstatt" der Musikschule ein. Auf dem Programm stand das Basteln von Lotusflöten und besagten "Rainmakern". Für Letztere hatte die stellvertretende Musikschulleiterin Maria Pietryga in einem Baumarkt fast vier Meter lange, stabile Papprollen besorgt, auf denen ansonsten Bodenbeläge transportiert werden. Die Kinder konnten dann in diese Rollen jede Menge Nägel schlagen - stattliche fünf Kilogramm pro Rolle. Dann befüllten sie sie mit Erbsen für die hellen Töne und Pflanzgranulat für dunklere Töne. Schließlich mussten nur noch die Enden der Rollen zugeklebt werden. Wer jetzt genug Kraft aufbrachte, um die schweren Instrumente erst aufzurichten und dann zu drehen, kam in den Genuss eines wunderschönen Klanges, dem Eingeborene im Urwald eine regenerzeugende Wirkung zusprechen.

Der Regen blieb glücklicherweise aus, was dafür sorgte, dass sich viele Aktionen des Weltkindertages auf dem Außenbereich vor der Katt ausbreiten konnten. Dazu zählte Kleinkünstler Guido Hoehne, der mit seiner Geschichte von der kleinen "Made in China" - einer Kombination aus Erzähltheater und Zaubershow - viele große und kleine Zuschauer um sich scharte. Unter dem diesjährigen Motto "Forschen und Staunen" konnten alle Mitwirkenden mit spannenden Ideen aufwarten. Der Kunstverein baute ein riesiges "Atelier" in der Bogenbinderhalle auf oder der Rotkreuz-Kindergarten "Wunderwelt" lockte mit Experimenten rund um Optik und Sehen. Mit Lehm arbeiten durften die Kids am Stand vom Katt-Kinder- und Jugendbereich. Dort brannte zudem ein offenes Feuer, über dem Fladenbrot gefüllt mit Kräuterbutter an einem Stock geröstet werden konnte. "Beim ständigen Durchlauf ist die Zahl der Besucher schwer zu schätzen, zufrieden bin ich auf jeden Fall", sagte Hartmut Engelbrecht vom Ortsverband des KSB. "Ich mache das jetzt seit elf Jahren als Vorsitzender, und wir hatten noch nie Regen."

Gewappnet war er trotzdem, denn den hinteren Bereich der Bogenbinderhalle ließen die Veranstalter frei. Dorthin wären die Stände von draußen bei Regen ausgewichen. Engelbrecht bedauerte, dass das "Bistro Katt" während der Veranstaltung geschlossen blieb. "Da hätten bestimmt viele gerne einen Kaffee getrunken." Zumal das Bistro dem Kinderschutzbund wieder Waffelteig gespendet hatte.

(sng)
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