1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Viel Theater auf dem Rhombus-Gelände in Wermelskirchen

Kultur in Wermelskirchen : Viel Theater auf dem Rhombus-Gelände

Kulturverein startet durch: Endlich kommen auch Theaterfreunde wieder auf ihre Kosten, weil die oft verschobenen Stücke nun im Kino „Film-Eck“ und im Zuge des Kultur-Sommers nachgeholt werden. Der Kartenvorverkauf läuft.

Er musste im vergangenen Corona-Jahr viele Theater-Termine so häufig verschieben, dass Peter Scheben, Vorsitzender des Kulturvereins, bei dem Gedanken daran auch heute noch seufzt und noch nicht von Erleichterung spricht, dass die Aufführungen nun stattfinden. „Ich bin erstmal gespannt, ob alles so klappt, wie wir es geplant haben“, verrät er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Programm, mit dem wieder Leben in die Theaterszene kommt, hat Peter Scheben aber für Shows im Film-Eck und im Zuge des Kultur-Sommers auch auf dem Rhombus-Gelände auf die Beine gestellt.

„In diesem Jahr konnte noch gar nichts gezeigt werden“, sagt er. „Aber jetzt freuen wir uns auf den Neustart.“ Die Ticketverkäufe würden noch verhalten anlaufen. „Einige ältere Theaterfreunde sind noch etwas zaghaft nach der langen Corona-Pause“, schätzt er und hofft aber, dass sich diejenigen vom Programm überzeugen lassen.

 Das Film-Eck in Wermelskirchen öffnet seine Türen auch wieder für Theaterliebhaber.
Das Film-Eck in Wermelskirchen öffnet seine Türen auch wieder für Theaterliebhaber. Foto: Meuter, Peter (pm)

Zum Auftakt gibt es alle Songs von „Simon & Garfunkel“ und zwar klassisch am Montag, 23. August, wenn Thorsten Gary und Thomas Wacker von „Graceland“ ein Open Air Konzert auf dem Rhombus-Gelände mit sechs Streichern geben. Alleine tritt das Tribute-Duo dann am Donnerstag, 21. Oktober, in intimerer Atmosphäre im Film-Eck auf.

  • Michael Dierks ist Vorsitzender der Kulturinitiative.
    Kultur-Stammtisch in Wermelskirchen : Corona beschäftigt Kulturmacher
  • Sie präsentierten das Programm des Kultursommers
    Picknick, Musik und mehr in Kamp-Lintfort : Kultur – umsonst und draußen für alle Generationen
  • Fachbereichsleiterin Helga Karl (rechts) und Dorothee
    Neues Programm der Stadt Rheinberg : Es kommt wieder Kultur in die Stadthalle

Ein Großstadtmärchen über eine außergewöhnliche Freundschaft ist das Theaterstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans“, das am Donnerstag, 2. September im Film-Eck aufgeführt wird. Zwei Schauspieler erzählen, lernen, lachen, weinen und spielen Musik, wodurch eine zauberhafte Atmosphäre, entsteht, die den Zuschauer vom Paris der 1960er Jahre bis nach Istanbul entführt und in poetischen Bildern Orient und Okzident verschmelzen lässt.

Als Schauspiel der Extraklasse kündigt der Kulturverein für Donnerstag, 16. September, auf dem Rhombus-Gelände „EIN KUSS – Antonio Ligabue“ an. Der preisgekrönte Marco Michel verkörpert den schweizerisch-italienischen Maler Antonio Ligabue, der als junger Mann als Dorftrottel verspottet und später als außergewöhnlicher Künstler gefeiert wurde. Marco Michel war mit dem Stück auch auf dem weltweit größten Festival für Ein-Personen-Stücke in New York zu Gast und wurde mit dem Preis „Best International One-Man-Show“ ausgezeichnet.

„Des wird doch eh nix“ heißt das Stück aus dem Leben von Karl Valentin, das am Donnerstag, 7. Oktober, im Film-Eck gezeigt wird. Vor jedem Bühnenauftritt zittert er aus Angst, seinen Text zu vergessen, er reist ungern, vor allem nicht zu Auftritten und erst recht nicht mit dem Auto. Trotzdem wurde Karl Valentin zu einem der bis heute berühmtesten und beliebtesten seines Fachs. Und weil das so ist, ist ja wirklich noch nicht aller Tage Abend, wie Heike Feist aus Brandenburg und Andreas Nickl aus Bayern auf der Bühne zeigen.

Ein Highlight für Fans der legendären Kultband Queen dürfte „Being Freddie Mercury“ am Donnerstag, 11. November, im Film-Eck werden. 80 Minuten lang wandelt Kai Bettermann souverän und stilsicher, mit viel Gefühl und reichlich Ironie auf dem schmalen Grat zwischen Pop-Parodie und millimetergenau inszenierter Ehrerbietung an den extrem facettenreichen Sänger Freddy Mercury. Das kann nur gelingen, weil die musikalische Metamorphose vom oft brachialen Queen-Bombast zur kammerspieltauglichen Akustik hervorragend gelöst wird, um die Geschichte des Pop-Helden zu erzählen.

Ob es wohl Spaß macht, als Schutzengel zu arbeiten? Diese Frage steht im Mittelpunkt bei „Soft Wings – Hard Work“ am Donnerstag, 25. November, im Film-Eck. Constanze Marienfeld macht aus ihrem aufreibenden Job als Schutzengel einen Abend, der Augen öffnet. Sie räumt auf mit Himmelsmythen und Rettungsfantasien – schonungslos offen und einfach gnadenlos gut.