Wermelskirchen: Viel lesen und dabei Abenteuer erleben

Wermelskirchen: Viel lesen und dabei Abenteuer erleben

Gemütliche Ferientage laden dazu ein, Geschichten vorzulesen. Tipps dafür geben Buchhändler und Bibliothekare aus Wermelskirchen. Immer wieder beweisen Untersuchungen, wie wichtig es ist, Mädchen und Jungen vorzulesen.

Einmuckeln in eine warme Decke, eine Tasse Kakao dazu - und schon verwandelt sich ein langweiliger Abend in den Weihnachtsferien in eine Abenteuerreise. Dann ermöglicht sie unmögliche Begegnungen, wunderbare Geschichten oder unerwartete Reisen. "Gerade erst haben Untersuchungen wieder gezeigt, wie wichtig es ist, Kindern vorzulesen", sagt Kathrin Ludwig, Leiterin der Stadtbücherei. Der Fantasie der Kinder wird auf die Sprünge geholfen, das Gefühl für Sprache geschult, die Lust am eigenen Lesenlernen gefördert und der Grundstock für Bildung gelegt. Bei der Buchauswahl hilft Kathrin Ludwig ebenso weiter wie die Buchhändlerinnen Gabriele van Wahden und Daniela Wurth.

"Das Sams feiert Weihnachten" von Paul Maar "Im neuen Sams-Buch ist endlich mal Winter", sagt Kathrin Ludwig. Das Sams braucht Winterkleidung, schlüpft in ein geklautes Bärenkostüm, stellt kecke Fragen zu Weihnachten, rodelt auf einem Backblech, erzählt Kindern ringsum fantastische Lügengeschichten, bevor es wegen fehlender Gäste zum Weihnachtsabend aus seiner Welt zwei Sams herüberholt. "Die Geschichte eignet sich für Vorleser oder Selbstleser ab acht", sagt Karin Ludwig. Sie verspricht eine wortwitzige und vergnügliche Geschichte.

"Als ich Maria war" von Jutta Richter Das berührende Bilderbuch empfiehlt die Bücherei-Leiterin als "Gegenwicht zu vielen eher süßlichen Weihnachtstiteln mit Glimmerbildern". Stattdessen erzählt das Buch eine Geschichte über das Anderssein und Toleranz und über ein Mädchen, das davon träumt, im Krippenspiel einmal die Maria zu spielen. Zu viel verraten wird nicht, denn das Buch hat eine überraschende Wendung parat, bleibt aber ganz nah an der Weihnachtsbotschaft.

"Du spinnst wohl" von Kai Pannen Schwarzen Humor unterm Weihnachtsbaum empfiehlt Karin Ludwig mit den 24 Geschichten um Spinne Karl-Heinz, dem Fliege Bisy ins Netz geht. Werden die beiden nun Freunde? Oder wird die Fliege zum Weihnachtsfest verspeist? Kurze Kapitel, lustige Illustrationen, viel Charme und gute Laune, aber auch wichtige Botschaften lassen das Buch zu einem Schatz werden. "Obwohl es eigentlich so gedacht ist, dass man jeden Tag nur ein Kapitel lesen soll, hält man das gar nicht aus, denn man möchte unbedingt wissen, wie es ausgeht", sagt Karin Ludwig.

"Rigo und Rosa - 28 Geschichten aus dem Zoo und dem Leben" von Lorenz Pauli Gabriele van Wahden empfiehlt indes ein Bilderbuch, das sich fast wie nebenbei großen philosophischen Fragen auf die Spur macht. Als sich im Zoo nämlich Leopard Rigo und Maus Rosa begegnen, kommen sie ins Gespräch: Über das Leben, ihre Träume und über fiese Fehler, die einem das Leben schwer machen. "Ein Vorlesebuch für Vorschulkinder, an dem aber auch Erwachsene ihre Freude haben", sagt die Buchhändlerin.

"Snöfrid aus dem Wiesental" von Andreas Schmachtl Wer in den Ferientagen Lust auf eine Abenteuergeschichte hat, der ist laut Gabriele van Wahden bei Snöfried gut aufgehoben. Gemeinsam mit drei Fee-Männlein und den Lesern macht sich Snöfrid auf den Weg, die Prinzessin zu retten. "Tolle Illustrationen und ein irrer Spannungsbogen", lobt die Buchhändlerin. Deswegen eigne es sich sehr gut zum Vorlesen für die ganze Familie - gerade an den ruhigen Stunden zwischen den Tagen.

"Der Ostermann" von Marc-Uwe Kling Witzig und für vor allem für die Kleinen ein Hingucker ist laut Buchhändlerin Daniela Wurth das Bilderbuch vom Ostermann. Weil der Sohn des Weihnachtsmanns Schlittenfahren hasst und den Schnee nicht mag, träumt er sich in den Frühling. Eigentlich wäre er ein hervorragender Osterhase, findet er. Wenn da nur die Familientradition nicht wäre. "Die Illustrationen sind toll", sagt Daniela Wurth. Und schnell werden hier die Kinder zum Erzähler.

"Der Weihnachtosaurus" von Tom Flechter Ihr Lieblingsbuch dieser Saison allerdings ist ungeschlagen die Geschichte des kleinen William. Nachdem seine Mutter gestorben ist, wünscht sich der Junge nichts mehr als einen eigenen, echten Dinosaurier. Und genau in diesem Moment geht am Nordpol irgendwo ein Dinosaurier-Ei zu Bruch. Die Geschichte beginnt. "Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen", sagt Daniela Wurth. Es sei ein Vorlesebuch für die Größeren, die zwischendurch auch mal selbst ein paar Sätze lesen wollen. Dazu gebe es schöne Illustrationen. "Und ein Happy End", verrät die Buchhändlerin flüsternd.

(resa)