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Verwaltung in Wermelskirchen soll mit Krankenkassen sprechen

Senioren in Wermelskirchen : Seniorenbeirat will Gespräche mit Krankenkassen

Nach der Schließung der AOK-Filiale soll die Verwaltung der AOK dringend eine Sprechstunde im Rathaus anbieten. Dies soll dann auch für andere Kassen gelten, die ihre Filialen in Wermelskirchen geschlossen haben, forderte der Beirat.

Der Streit um die Schließung der AOK-Geschäftsstelle in Wermelskirchen ist auf der politischen Ebene angekommen: Nachdem sich Werner Allendorf entschieden gegen die Schließung ausgesprochen und den Abbau der Dienstleistungs-Infrastruktur in der Stadt beklagt hatte, brachte er das Thema am Mittwochnachmittag im Seniorenbeirat auf den Tisch. „Es gibt Menschen, die brauchen einfach die persönliche Hilfestellung“, erinnerte Allendorf. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats berichtete von einem AOK-Kunden aus Dabringhausen, der regelmäßig für seine kranke Frau ganze Stapel an Dokumenten ausfüllen müsse. „Da blickt keiner mehr durch“, sagt Allendorf, „es ist wichtig, dann einen persönlichen Ansprechpartner zu haben“. Es sei nicht tragbar, in diesen Fällen bis Bergisch Gladbach oder Remscheid fahren zu müssen. Er berichtete von Erfahrungen, die er selbst mit dem Mann aus Dabringhausen in den Filialen der Nachbarstädte gesammelt habe.

Werner Allendorf brachte im Seniorenbeirat noch mal die Möglichkeit einer AOK-Sprechstunde im Rathaus ins Spiel und legte eine Beschlussvorlage für den Sozialausschuss vor: Die Verwaltung solle dringend Gespräche mit der AOK aufnehmen.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats allerdings hatten vorher noch Gesprächsbedarf: Es sei nicht glücklich, die Forderung nur auf die AOK zu begrenzen, brachte Benno Klinke ein. Auch andere Krankenkassen hätten sich in den vergangenen Jahren aus der Stadt zurückgezogen. Vielleicht sei es möglich, auch andere Krankenkassen einzubeziehen und ihnen einmal wöchentlich einen Raum im Rathaus zur Beratung zur Verfügung zu stellen. „Dann könnten sich die Krankenkassen abwechseln“, schlug Doris Blicke vor. Währenddessen erinnerte Heinz-Jürgen Manderla daran, dass die wenigsten Kontakte mit Krankenkassen persönlicher Natur seien. „Es ist allerdings wichtig, für Menschen, die diese Unterstützung brauchen, entsprechende Strukturen zu schaffen“, so Manderla. Das sei Aufgabe der Krankenkassen - sei aber nicht unbedingt an eine Geschäftsstelle im Ort gebunden.

„Wir wollen jetzt vor allem mal ein Zeichen setzen“, erinnerte Werner Allendorf, „wir machen das nicht einfach mit, wenn sich die Unternehmen aus unserer Stadt zurückziehen“. Und weil der AOK-Fall gerade akut sei, solle die Verwaltung der Stadt nun in diese Richtung Kontakt aufnehmen. Auch Erster Beigeordneter Stefan Görnert machte Mut, Maximalforderungen zu stellen. „Wahrscheinlich wird es keine Rückkehr für eine Geschäftsstelle geben“, gab er zu Bedenken, „aber dann werden wir eben einen Kompromiss finden müssen.“ Einstimmig schickte der Seniorenbeirat die Beschlussvorlage mit der Aufforderung an die Verwaltung in den Sozialausschuss – der nun die Entscheidung treffen muss.