Verquickung von zwei Petitionen verwirrt

Kommentar : Verquickung von zwei Petitionen verwirrt

Da blickt doch keiner mehr durch! „Zukunft Wermelskirchen“ hat ein bürgernahes Thema aufgegriffen und dazu zwei Petitionen gestartet: zur Polizeiwache und zur Aufstockung des Personals im kommunalen Ordnungsdienst (KOD).

Nun werden beide Petitionen miteinander verknüpft: Der Ordnungsdienst soll die „Personallücke“ der Polizei schließen und abends sowie an Wochenenden Dienst schieben, im Büro des Stadtcafés präsent sein. Es geht hier aber um unterschiedliche Zuständigkeiten: Landrat und Land zum Thema Polizei, Stadt zum Thema Ordnungsamtsmitarbeiter.

Zweitens wecken die Petitionen bei Unterzeichnern Hoffnungen, dass dank mehr Personals bei Polizei und KOD bald alles sicherer und friedlicher in der Stadt zugehen wird. Aber die Chancen von Neueinstellungen tendieren gen Null. Die Stadt hat derzeit kein Geld für weiteres Personal. Und die politische Mehrheit hat andere Prioritäten gesetzt: Es wurden die Stelle eines Streetworkers und die Stelle eines Fördermanager geschaffen. Hier sah die Politik mehr Handlungsbedarf. Zu Recht: Wermelskirchen ist ein ruhiges Pflaster – das offenbart die Kriminalitätsstatistik. Auch wenn Vandalismus und Ruhestörungen ärgerlich sind: Statt mehr Kontrollen zu ermöglichen, setzt man auf Prävention. Denn der Streetworker soll sich unter anderem auch um junge Menschen kümmern, die im Vandalismus und laute Musik hören ein Ventil suchen oder in die Fänge von Dealern geraten können.

Bei der Kreispolizeibehörde Bergisch Gladbach wurde personell leicht aufgestockt, 17 der 36 neuen Beamten wurden der Polizeiwache Burscheid zugeordnet. Davon profitiert auch Wermelskirchen: durch mehr Polizeipräsenz auf den Straßen.

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