Wermelskirchen: Verletzte aus dem Freibad Dhünn retten

Wermelskirchen : Verletzte aus dem Freibad Dhünn retten

Hubschrauberabsturz und ein Chlorgasunfall – so war die fiktive Ausgangslage für eine gemeinsame Katastrophenschutzübung von Feuerwehr, THW, DLRG und DRK. Annäherung 100 Personen wirkten mit.

Hubschrauberabsturz und ein Chlorgasunfall — so war die fiktive Ausgangslage für eine gemeinsame Katastrophenschutzübung von Feuerwehr, THW, DLRG und DRK. Annäherung 100 Personen wirkten mit.

so viel Trubel und Aufsehen hat das Freibad Dhünn schon lange nicht mehr erlebt. Denn am vergangenen Samstag fand dort die Katastrophenschutzübung von Feuerwehr, THW, DRK und DLRG statt. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge mit noch mehr Helfern mussten Brände löschen, Hindernisse überwinden, Verletzte bergen und wiederbeleben. "Das war eine der besten Übungen der vergangenen Jahre. Alle haben gut zusammengearbeitet und es gab keine Fehler. Insgesamt eine sehr gute Erfahrung und eine tolle Sache für alle Beteiligten", sagte der stellvertretende Wehrleiter Thomas Gustav Sachser nach dem Einsatz zufrieden.

Um 13.56 Uhr erreichte die Leitstelle der Rheinisch-Bergischen Kreises der Notruf des Bademeisters. Die fiktive Ausgangslage stellte sich wie folgt dar: Während einer der letzten Badetage im Herbst mit nur einigen Gästen führt das Personal des Freibades Wartungsarbeiten im Technikraum durch.

Das gute Wetter wird auch von einem Hubschrauberpiloten genutzt, der im Auftrag einiger Waldbesitzer eine Waldkalkung durchführt. Beim Überfliegen des Freibades treten im Treibwerk des Hubschraubers Probleme auf, so dass Teile davon brennend ins Wasser fallen. Um einen Absturz zu vermeiden, löst der Pilot die Haltevorrichtung für den Transportbehälter, der anschließend auf die Umkleidekabinen des Freibades stürzt. Wenige Sekunden später stürzt der Hubschrauber dennoch in das Becken.

Beim Eintreffen der ersten Einheiten stellt sich die Lage so dar, dass das Dach der Kabinen eingestürzt ist, Rauch und Feuer im Wald zu sehen sind und zudem grünliches Gas aus dem Technikraum austritt und aufgrund des Windes nach Nordosten zieht. Nach Einschätzung der Lage werden auch die Einheiten des THW, des DRK und der DLRG alarmiert. "Wir mussten eine Verletztenablage aufbauen und waren für die Erstversorgung der Betroffenen verantwortlich", sagte Bernd Koebke, Zugführer des Deutschen Roten Kreuzes. Zunächst mussten diese allerdings von THW und Feuerwehr geborgen werden.

Das Technische Hilfswerk errichtete dazu einen Übergang über eine Mauer und stützte die Umkleidekabinen ab. Die Rettungstaucher der DLRG kamen zum Einsatz, um den Hubschrauberpiloten sowie die verletzten Badegäste zu retten. "Diese Übung ist sehr wichtig, da man mit viel mehr Ernst als im Ausbildungsbetrieb an die Sache heran geht", erklärte Zugtruppführer Thomas Zimmermann.

Die Feuerwehr hatte neben dem Löschen des Waldbrandes zudem die wichtige Aufgabe sich um das austretende Chlorgas zu kümmern. So mussten nach der Messung Anwohner evakuiert werden. "Neben der Übung der Koordination hat das Ganze natürlich auch einen Eventcharakter. Man lernt sich kennen und alle haben Spaß dabei, das Gelernte auch mal wirklich anzuwenden. Den Ernstfall wünscht sich natürlich niemand", erläuterte Sachser.

(kron)
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