Vandalismus –Stadt will vier Schulhöfe videoüberwachen

Runder Tisch in Wermelskirchen : Vandalismus – Stadt will vier Schulhöfe videoüberwachen

Konsequentes Vorgehen bei Verstößen gegen die Sperrung: Es gibt Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Die ausgesprochene Sperrung von vier Schulhöfen – Höferhof, Schwanenschule, KGS St. Michael und Haupt-/Sekundarschule – wird besonders von Anwohnern begrüßt. Sie leiden unter dem Lärm und Vandalismus. „Ich überlege, eine Unterschriftenaktion zu starten. Das geht einfach nicht mehr“, sagte eine Anwohnerin aus der Wirtsmühle. Sie möchte anonym bleiben, die Redaktion kennt aber ihren Namen.

Am vergangenen Sonntag sei nachmittags erneut die Polizei auf dem Schulhof der Haupt-/Sekundrschule gewesen und hätte die Personalien von sieben Jugendlichen aufgenommen. Respekt vor den Beamten hätten die Jugendlichen nicht gehabt, beobachtete sie. „Denen war das völlig egal“, so ihr Eindruck im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Jugendlichen sollten aufräumen, hätten das aber wohl nicht getan.

Die Anwohnerin berichtet, dass sie in 2018 vom Frühjahr bis Herbst gelitten hätte unter dem Lärm. Verbal seien Anwohner, die um Ruhe gebeten hätten, angemacht worden. Das F-Wort sei wiederholt gefallen. Auch die Polizei sei mehrfach vor Ort gewesen. Sie müsse morgens sehr früh raus zur Arbeit – ruhige Nächte habe es nur sehr selten gegeben. Sie habe nichts gegen spielende Kinder, die mit ihren Eltern auf die Geräte nutzten – aber was da passiere, gehe eindeutig zu weit.

Auch sicher vor diesem Hintergrund hat am Donnerstagnachmittag im Rathaus ein runder Tisch mit Beteiligung von Polizei, Jugend- und Ordnungsamt, Dezernent und Bürgermeister getagt. Rainer Bleek nannte die Ergebnisse im Gespräch mit dieser Zeitung.

⑴ Die Sperr-Schilder bleiben bis Ende April an den vier Schulhöfen hängen. Danach gibt es noch einmal eine Gesprächsrunde. Dann soll diskutiert werden, ob die Sperrung was gebracht habe.

⑵ Die Stadt wird konsequent gegen Verstöße gegen diese Regeln vorgehen. „Wer nach 17 Uhr dort angetroffen wird, begeht Hausfriedensbruch“, so Bleek.

⑶ Alle Sachbeschädigungen werden verfolgt. Der Bürgermeister: „Wir stellen Strafanzeige, es gibt keine Toleranz mehr.“ Damit bekomme die Polizei auch Klarheit und könne Fälle notfalls nachhalten.

⑷ Geprüft wird eine Videoüberwachung der Schulhöfe. Kameras hat die Stadt noch aus dem Bestand der Flüchtlingsunterkünfte.

⑸ Der private Sicherheitsdienst, der immer noch das Hüpptal und das Gymnasium anfährt, wird seine Kontrolltätigkeit um die Schulhöfe erweitern.

⑹ Auch Polizei und Ordnungsamt werden verstärkt die Schulhöfe im Rahmen ihrer Kontrollfahrten ansteuern.