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Wermelskirchen: Vandalismus auf Privatgelände

Wermelskirchen : Vandalismus auf Privatgelände

Sascha Weisbrod hat ein Grundstück hinter dem Lidl-Gelände gepachtet, um dort eine große Rennstrecke für ferngesteuerte Autos zu bauen. Fremde schikanieren die Arbeit und zerstören errichtete Gegenstände.

Sascha Weisbrod kocht vor Wut. "Man opfert seine Freizeit und steckt hier viel Arbeit hinein — und dann wird in regelmäßigen Abständen wieder alles zerstört", sagt der 37-jährige Wermelskirchener. Weisbrod möchte mit mehreren Freunden auf einem Grundstück hinter dem Lidl-Gelände eine Rennstrecke für ferngesteuerte Autos im Maßstab 1:10 — sogenannte RC-Cars — bauen. Doch die Arbeiten werden immer wieder von Fremden schikaniert.

Eine Holzhütte, die die Gruppe Ende Januar dort als Unterkunft aufgebaut hatte, "war zwei Wochen später nur noch ein Haufen Schrott", erzählt Weisbrod. Und auch einen Fahrerstand aus Holz, der rund 1,5 Meter über der späteren Rennstrecke ragt, wurde vor einer Woche komplett zerstört. Zudem ist das Gelände immer wieder zugemüllt, Glasflaschen liegen auf dem Boden. "So etwas ist sehr ärgerlich. Da fragt man sich wirklich, ob die ganze Arbeit noch Sinn macht", sagt der Wermelskirchener.

Zum Hintergrund: Vor knapp zwei Jahren kontaktierte Weisbrod Bürgermeister Eric Weik mit der Anfrage nach einer verfügbaren Fläche für die Rennstrecken-Freunde. Schnell bekam er eine Rückmeldung mit dem Angebot, dass das Grundstück hinter dem Lidl-Gelände verfügbar sei. 500 Quadratmeter ist das Grundstück groß, davon sind 300 Quadratmeter asphaltiert — beste Voraussetzungen für eine RC-Rennstrecke in Wermelskirchen.

Aus Lärmschutzgründen dürfen auf diesem Gelände auch nur Autos mit Elektromotoren fahren. In Zukunft soll die Strecke auch nicht nur für Weisbrod und seine Freunde sein: "Wir wollen die Fläche nicht nur für uns herrichten, sie soll später auch zu einem Treffpunkt für junge Leute werden, die Spaß am Rennsport mit den RC-Autos haben", betont er. Dass in Wermelskirchen Interesse bestehe, habe ein erster Testversuch gezeigt: "Als wir hier mit den Autos fuhren, kamen viele Leute an und waren begeistert von unserem Hobby."

Bei nächstem Vorfall: Anzeige

Seit dem 1. Januar hat Weisbrod die Fläche offiziell bei der Stadt gepachtet, es ist also sein privates Grundstück. "Ich habe auch mehrere Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass es ein Privatgelände ist — aber die Randalierer hat das nicht gestört", ärgert sich Weisbrod, der viel Zeit für sein ausgefallenes Hobby opfert. Anzeige bei der Polizei hat er noch nicht erstattet. "Ich habe aus mehreren Kreisen erfahren, dass sich wohl häufiger Jugendliche hier auf dem Grundstück aufhalten. Angeblich hat es schon in der Schule die Runde gemacht, dass die jungen Leute auch Sachen zerstört haben", berichtet der Wermelskirchener, der sich bereits mit den Eltern von zwei Schülern in Verbindung gesetzt hat, die angeblich beteiligt gewesen sein sollen. "Sollte es zu einem weiteren Vorfall kommen, werde ich Anzeige bei der Polizei erstatten", betont Weisbrod.

In den kommenden Wochen will er mit seinen Rennsportfreunden trotzdem die Arbeiten an der Rennstrecke vorantreiben. Vor allem der Asphalt muss erneuert werden. "Ich habe zurzeit aber Angst, dass die neue Asphaltschicht dann auch wieder zerstört wird", sagt der Wermelskirchener.

Wenn alles gut läuft, soll die komplette Strecke im Sommer 2013 fertig sein.

(RP)