Wermelskirchen: Uraufführung vor kleinerer Kulisse

Wermelskirchen: Uraufführung vor kleinerer Kulisse

Bis zum Schluss hatte der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde gezittert. Nicht nur das Publikum, sondern auch die eigenen Musiker hatten mit wachsender Sorge den Schneefall beobachtet. Immer mehr Spieler hatten abgesagt, weil sie den Weg aus Remscheid und Solingen nicht schaffen würden. "Bis zur letzten Sekunden wussten wir nicht, ob es klappt", berichtete Vorsitzender Friedhelm Preyer schließlich den Zuhörern in der Stadt, als feststand: Es klappt. Michael Krips war spontan als Schlagzeuger eingesprungen, die erste Klarinette spielte für die ausgefallenen Kolleginnen mit und die Reihen waren gut gefüllt - wenn auch längst nicht so gut, wie das traditionell beim Posaunenchor üblich ist.

Doch so spielte der Posaunenchor auch zu seinem 135. Jahresfest gewohnt beschwingt und festlich auf. Mit "Prayer and Jubilation" gaben die Musiker dann gleich zum Auftakt nicht nur den Takt, sondern auch das Motto vor: Besinnliche Töne zur Weihnachtszeit mischten sich im Konzert mit jubilierenden Trompeten, fröhlichen Querflöten und munteren Oboen, die die frohe Nachricht zu den Zuhörern schickten. Immer mal wieder war auch das Publikum zum Mitsingen eingeladen. Das ließ sich nicht zweimal bitten und stimmte gerne in die weihnachtlichen Melodien ein.

Zwischenzeitlich übernahm Bernd Bodenstein das Dirigat, während Chorleiter Martin Weidner die Solo-Trompete spielte und für ein klangvolles wie umjubeltes Trompetenkonzert von Neruda sorgte. Klassisches und Moderneres mischte sich gekonnt im Programm und so spielte der Posaunenchor Sätze von Johann Sebastian Bach ebenso wie Melodien von Philip Sparke, der in einem bunten Medley englische Weihnachtsmelodien zusammengetragen hat. Nachdem schon die "Jingle Bells Fantasy" zum Finale des Konzerts für begeisterten Applaus gesorgt hatte, kam die große Überraschung erst nach dem eigentlichen Schlusspfiff.

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Als Zugabe nämlich hatte der Posaunenchor eine Uraufführung im Gepäck: Les Searle hatte ein Stück geschrieben und es Martin Weidner am Telefon angeboten. Der griff zu und so spielte der Posaunenchor am Sonntagabend zum ersten Mal die frisch gedruckten Noten des Wermelskirchener Musikers - sehr zur Freude des Publikums.

Die Besucher des Konzertes spendeten 530 Euro. Die Summe übergaben Vertreter des Posaunenchores gestern der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisches Land.

(resa)