Unterburger Pastorat steht zum Verkauf

Kirchengemeinde Wermelskirchen : Unterburger Pastorat steht zum Verkauf

Statt des Gemeindehauses ist nun das hinter der Kirche liegende Pfarrhaus auf dem Markt. Es gibt Interessenten.

Die Pläne lagen bereits seit geraumer Zeit auf dem Tisch: Die Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen wollte das Gemeindehaus in Unterburg verkaufen. Nun kommt auch Bewegung in die Angelegenheit, aber anders als gedacht. Denn die Gemeinde geht mit einer neuen Immobilie auf den Markt und bietet nicht mehr das Gemeindehaus, sondern das hinter der Kirche gelegene alte Pastorat an.

„Wir sind von Interessenten angesprochen worden“, berichtet Pfarrerin Almuth Conrad. Auf diese Nachfrage habe man reagiert: „Nach langen Beratungen im Presbyterium haben wir uns entschieden, statt des Gemeindehauses das Pastorat zu verkaufen“, sagt Conrad, die für Burg und Hünger zuständig ist.

Ein neues Wertgutachten wurde in Auftrag gegeben und liegt bereits vor, wie die Pfarrerin und Presbyteriumsvorsitzende bestätigt: Das Mindestgebot liege bei 280.000 Euro. „Damit gehen wir in die Verhandlungen“, sagt Conrad. Sie freut sich, dass es nicht nur einen, sondern sogar mehrere Interessenten gebe. Details verrät sie nicht, nur so viel: „Es sind Privatpersonen.“ Mit der unerwarteten Entwicklung zeigt sich die Seelsorgerin überaus einverstanden: „Mit Kirche und Gemeindehaus können wir gut leben und sind sehr zufrieden.“

Bereits vor rund 20 Jahren hatte die Kirchengemeinde Burg versucht, das Pastorat zu verkaufen. Vergeblich. „Damals fand sich niemand“, sagt Conrad. Doch offensichtlich habe sich der Markt geändert: „Die Menschen lassen sich vom Denkmalschutz nicht mehr abschrecken, haben stattdessen ein Bewusstsein für den Wert alter Gebäude entwickelt“, sagt die Pfarrerin. „Und das Pastorat ist ein wunderbares Haus.“ Wie alt, kann sie gar nicht genau beziffern, aber: „Es steht schon sehr lange in der Au.“

Und es ist ein typisches Pfarrhaus vergangener Tage: „Es ist sehr groß, fast zu groß für nur eine Familie.“ Früher befanden sich im Erdgeschoss die Räume, die von der Gemeinde genutzt wurden, während im Obergeschoss die Pfarrfamilie lebte.

„Wir wollen uns bewusst kleiner setzen“, beschreibt Almuth Conrad. Dabei ginge es keineswegs nur um Geld: „Wir haben den Bedarf an so vielen Räumlichkeiten einfach nicht mehr“, sagt Conrad. Die Zahl der Kirchenmitglieder geht zurück; in Burg gehören rund 700 Menschen zur Gemeinde, in Hünger rund 1500. „Wir wollen nachfolgenden Generationen keine Lasten hinterlassen“, betont Conrad. Gleichzeitig will sie in Burg aber keineswegs die Mauern hochziehen. Die Sakristei soll umgebaut und zur neuen Anlaufstelle werden: Pläne, die der Verkauf des Pastorats finanzieren soll. Und parallel sieht Conrad das Areal auch als ein öffentliches und damit die Gemeinde als einen Partner fürs neue Stadtteilmanagement Burg, das eine neue Aufenthaltsqualität implementieren will: „Wir sind hier auch immer das Wahllokal. Diese öffentliche Begegnung zu ermöglichen, ist uns wichtig“, hebt Conrad hervor. Auf Spekulationen, wann und wie schnell ein Verkauf über die Bühne gehen könnte, will sie sich indes nicht mehr einlassen. „Zeitfenster hatten wir schon genug aufgestellt“, winkt sie ab. Werde man sich mit einem Interessenten handelseinig, sei der Denkmalschutz einzubinden: „Das kann langwierig sein.“

Am eigenen Interesse der Gemeinde an einer zügigen Abwicklung lässt Conrad keinen Zweifel: Erst der Verkauf des Pastorats mache den Weg frei für weitere Planungen – wie den Umbau der Sakristei. „Und dann müssen wir sehen, wie weit wir damit kommen.“

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