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Umweltschutz in Wermelskirchen: Evertzberg ohne Plastikhandschuhe

Umweltschutz in Wermelskirchen : Evertzberg verzichtet auf Plastikhandschuhe

Die Bäckerei Evertzberg will in Wermelskirchen ab März auf Plastikhandschuhe verzichten. Angestoßen hat das die Zwölfjährige Schülerin Sabrina Deppe.

Noch steht die schuhkartongroße Box auf dem Tisch der Evertzberg-Filliale in Wermelskirchen. In dieser Box befinden sich über 100 Einweghandschuhe, die die Mitarbeiter tragen, um Brötchen zu schmieren oder Brote zu schneiden.  Damit soll bald Schluss sein. Die Bäckerei Evertzberg wird ab dem 1.März in ihren vier Wermelskirchener Filialen auf Plastikhandschuhe verzichten. Die weiteren Verkaufsstellen im Bergischen Land sollen nach und nach dazukommen. „Das erspart uns im Jahr über 800.000 Einweghandschuhe, die keinen Meherwert haben und sofort im Müll landen“, sagt Oliver Platt, Geschäftsführer der Bäckerei Evertzberg. 

Den Anstoß dafür gab die Wermelskirchener Schülerin Sabrina Deppe. Die Zwölfjährige startete vor einem halben Jahr die Initiative „Plastikfrei – Wir sind dabei“. Dafür klappert sie Läden in der Stadt ab und fragt, ob und wie sie auf Plastik verzichten können. Machen die Läden mit, bekommen sie einen Sticker auf die Eingangstür. „Mein Ziel ist es, das Bewusstsein der Menschen zu verändern. Wir haben nur einen Planeten“, sagt Sabrina. Bisher nehmen 30 Läden an ihrer Aktion teil.

Nun also auch die Bäckerei Evertzberg. „Wir haben uns in den letzten Wochen mit Sabrina intensiv ausgetauscht“, sagt Geschäftsführer Platt. Statt der Handschuhe benutzen die Mitarbeiter der Bäckerei ab März einfach Brötchenzangen, um die Backwaren in die Tüten zu packen, die Brote schmieren sie mit der blanken Hand. „Die Einweghandschuhe haben Hygiene vorgegaukelt“, sagt Platt. Seine Mitarbeiter müssen die Hände sowieso regelmäßig waschen. Und gewaschene Hände seien  nicht unhygienischer als Hände in Einweghandschuhen. Tatsächlich hat eine Studie der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe das vor Kurzem bestätigt.

„Wir haben ein bisschen die Sorge, dass die Kunden damit ein Problem haben“, sagt Thomas Bischzur, ebenfalls Geschäftsführer bei Evertzberg. Eben weil es häufig als unhygienisch empfunden werde, wenn Lebensmittel ohne Handschuhe angefasst werden. „Da müssen wir die Kunden für sensibilisieren.“