Wermelskirchen: Uhle macht Ringkaufhaus winterfest

Wermelskirchen : Uhle macht Ringkaufhaus winterfest

Ein Baubeginn für das Einkaufszentrum Telegrafenstraße ist noch nicht in Sicht. Der Investor wartet ab, wie sich die beiden angerufenen Gerichte zu den Klagen eines Nachbarn äußern. Ein Abrisstermin steht noch nicht fest.

Die kleine Abordnung, die sich Montagnachmittag bei strömendem Regen auf dem Parkplatz des ehemaligen Ringkaufhauses traf, war nicht das Vorkommando der Abrisskolonne. Gerhard Uhle, einer der Geschäftsführer der euco-Gruppe aus Bochum, und sein Architekt Rolf Passloer trafen sich mit Haustechnikern, um die Heizungsanlage und das Dach zu inspizieren. "Wir haben damals eine Bruchimmobilie gekauft. Das wussten wir. Wir dachten aber auch, dass wir mit dem Projekt schneller zum Ziel kommen", so Uhle gestern im BM-Gespräch.

Foto: Hans Dörner

Der Neubau des Einkaufszentrums verzögert sich. Wie lange, ist offen. Denn Uhle wird erst bauen, wenn eines der beiden Gerichte — Oberlandesgericht oder Verwaltungsgericht — sich zu den Klagen eines Nachbarn geäußert hat. Eigentlich wollte Uhle ja im September 2013 eröffnen — "wenn wir bis nach der Frostperiode etwas von den Gerichten hören, werden wir sofort anfangen. Dann könnte Ostern 2014 eröffnet werden."

Kaufmann Gerhard Uhle ist nach wie vor sicher, dass die beiden Klagen gegen die Stadt — nicht gegen ihn als Investor (!!) — ohne Erfolg sein werden. So liegt beim Oberverwaltungsgericht Münster eine Klage gegen den Bebauungsplan, beim Verwaltungsgericht Köln eine wegen des Bauvorbescheids. "Ich habe alles von einer Ex-Verwaltungsrichterin prüfen lassen. Der Bebauungsplan weist keine Fehler auf." Mit dieser Zuversicht hätte Uhle eigentlich längst mit dem Abriss und dem Neubau beginnen können. Sollte nämlich ein Gericht dennoch dem Kläger Recht geben, müsste die Stadt Wermelskirchen zahlen. "Wenn ich jetzt anfange zu bauen, dann ist das verantwortungslos gegenüber der Stadt", so Uhle. Schließlich wisse er, wie es um die Finanzen auch von Wermelskirchen stehe.

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Der anstehende Winter indes scheint eine neue Herausforderung zu sein. "Das Haus ist seit Jahrzehnten abgewirtschaftet worden", so Uhle. "Und jedes Jahr, wo es leer steht, wird die Sicherheitslage schwieriger." Deshalb ging es gestern darum, über notwendige Sicherungsmaßnahmen für das Dach zu sprechen — und natürlich auch noch einmal die Heizungsanlage zu begutachten: "Wir müssen vor allem den DM-Markt gut über den Winter bekommen", so Uhle. Denn das Dach sei nicht mehr dicht: "Liegt 20 Zentimeter Schnee auf dem Dach, haben wir bestimmt fünf Zentimeter auf dem Dachboden. So undicht ist das Dach."

So sei das Projekt Wermelskirchen auch ständig ein Thema in den Gesprächen der vier euco-Geschäftsführer. "Noch nie war ein Projekt so schwierig wie dieses", meinte Uhle. Dabei hätte die Zusammenarbeit mit der Stadt bestens funktioniert ("Mit dem B-Plan ging alles ganz schnell."), aber durch die Klage des Nachbarn verzögere sich alles — trotz seiner Kompromissbereitschaft. Inzwischen hat auch schon ein Gespräch mit dem Kläger stattgefunden — "eine Einigung ist nicht in Sicht, aber die Gespräche werden weitergeführt", so Uhle.

(RP)