Wermelskirchen: U3-Nest am Bussardweg bleibt zu

Wermelskirchen: U3-Nest am Bussardweg bleibt zu

Nach dem schweren Wasserschaden bleibt der neue Anbau der städtischen Kita in Dabringhausen geschlossen. Ein Gutachter hat jetzt Empfehlungen ausgesprochen. Die Schadenshöhe ist für die Stadtverwaltung zweitrangig.

Das neue U3-Nest des städtischen Kindergartens Bussardweg bleibt noch auf unbestimmte Zeit geschlossen. Derzeit ist ein Fachplaner beauftragt, einen Sanierungsplan zu erarbeiten. Denn was da der Gutachter ermittelte, gleicht einem Totalschaden: Wände und Boden müssen nach dem Wasserschaden in dem Raum ausgetauscht werden. Da Schimmelsporen festgestellt wurden, ist der Anbau komplett für die Kinder gesperrt.

Was war das für eine Freude im Herbst vorigen Jahres, als der Zusatzbau der städtischen Kita in Dabringhausen vorgestellt wurde. Als Kleinod wurde der mit einer Holzfassade verkleidete Erweiterungsbau bezeichnet. Kosten: 439.000 Euro. Zwölf Kinder unter drei Jahre sollten von vier Erzieherinnen betreut werden. Die Verträge waren unterzeichnet. Doch dann passierte das, was schon in der neu bezogenen Polizeiwache in Hilgen Anfang 2016 für ein Desaster sorgte: Ein Handwerker traf mit einer Trockenbauschraube die Leitung einer Wasser-Außenzapfstelle. Vier Tage floss das Wasser unbemerkt in den Schlafraum, ehe Mitarbeiter der städtischen Kita die Wassergeräusche im Schlafraum hörten. Da war es aber schon zu spät.

Das Wasser war hoch in die Wände gezogen, der neue Bodenbelag und der Estrich standen unter Wasser. Dämmmaterial und Holzkonstruktion hatten sich vollgesogen. Und: Es gab Schimmelsporen-Alarm! Da flossen bei Kindern und Erziehern die Tränen.

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Diese Kita sollte für Eltern eine Entlastung bringen, die ihre U3-Kinder ist Obhut geben müssen, um ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Von den zwölf Kindern, die von vier Erzieherinnen betreut werden sollten, sind laut Jugendamtsleiterin Barbara Frank zwei in anderen Gruppen des Bussardweges untergekommen, sechs Kinder werden von ihren Betreuerinnen in der städtischen Kita Forstring versorgt. Frank: "Das ist wichtig für die Eingewöhnung. Bei drei Eltern ruht der Vertrag. Ein Kind war noch nicht aufgenommen." Was waren doch die Kita-Leiterin Anke Ollesch wie auch Sozialdezernent Stefan Görnert stolz, als sie im Frühherbst erstmals das Gebäude der Öffentlichkeit vorstellten. Da im bestehenden Kindergarten kein Platz für Schlafraum, Wasch- und Wickelraum sowie Küche waren, musste dieser Anbau her. Der Bedarf ist nämlich in Dabringhausen vorhanden - viele junge Familien ziehen ins Dorf. Aus ihrem "Nest" sollen die Kleinkinder dann in die Ü3-Tagesstätte hineinwachsen. Bei der Eröffnung wäre das jüngste U3-Kind ein Jahr alt gewesen.

Mit der Entdeckung des Wasserschadens wurde sofort ein Gutachter beauftragt - seine Expertise liegt seit voriger Woche vor. Der Technische Beigeordnete Thomas Marner fasst das Expertenwerk so zusammen: "Die Fußböden sind komplett auszutauschen, die Wände müssen - einen großzügigen Sicherheitsabstand eingerechnet - bis zu einer Höhe von 1,50 Meter vom Boden geöffnet und ausgetauscht werden." Von diesem ersten Raum ausgehend werde sukzessive weggearbeitet, teilte Marner auf Anfrage dieser Redaktion mit. "Hierbei wird soweit vorgegangen, bis keine Feuchtigkeitsschäden vorhanden sind." Wie weit das sei, werde erst bei laufender Sanierung erkennbar. "Aus diesem Grund kann zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Aussage zu einer Zeitplanung gemacht werden."

Beauftragt mit der Sanierung wird eine darauf spezialisierte Fachfirma, kündigte Beigeordneter Marner an. Derzeit sei eine Sanierungsplanung bei einem Fachplaner in Auftrag gegeben.

(RP)