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Wermelskirchen: Trotz Krise: VHS gut besucht

Wermelskirchen : Trotz Krise: VHS gut besucht

Schon 100 Kurse sind in der Volkshochschule ausgebucht. Kein Einbruch bei den Anmeldezahlen in den drei Städten. Der Renner unter den Kursen: Das Säuglingsschwimmen. Sie sind meistens schon am ersten Tag ausgebucht.

Bildung vermittelt Orientierung. Ein Satz, den Klaus Miesen geprägt hat. Und der nicht nur griffig ist und sich für Vorworte eignet, sondern zutrifft. Denn die Volkshochschule Bergisch Land spürt, was die Teilnehmerzahlen angeht, keine Krise in der Krise. "Wir haben jetzt, verglichen mit dem Anmeldezeitraum 2009, schon 60 Anmeldungen für den Unterrichtsbeginn am 25. Januar mehr." Von den 370 Kursen, die angeboten werden, sind schon 100 ausgebucht.

Während zum Beispiel die Volkshochschule Bergisch Gladbach von einem Besuchereinbruch um ein Fünftel spricht, spürt die VHS im Nordkreis "keine großen Veränderungen wegen der Wirtschaftskrise", so Miesen. Vielleicht liege das auch daran, dass man nicht so experimentierfreudig sei.

"Gerade angesichts der allgemeinen Unsicherheiten tut es gut, sich eigener Kompetenzen zu vergewissern, sie zu erweitern und sich mit anderen auszutauschen": Das scheint das Rezept zu sein, mit dem Klaus Miesen und seine Mitarbeiter in den drei Städten, die die VHS tragen, gut fahren. Denn auffallend sei in diesem Unterrichtssemester, dass besonders die abstrakten Bereiche wie "kulturelle Bildung oder Zeitgeschichte" gut nachgefragt seien. Der Renner sei seit Jahren das Säuglingsschwimmen: "Die Kurse sind meistens schon am ersten Tag ausgebucht."

Natürlich sei in den vergangenen Jahren das Programm auch gestrafft worden. Kurse, die überhaupt nicht liefen, wurden gestrichen. Und auch ab und zu die Teilnehmermindestzahlen heruntergesetzt, um Kurse stattfinden zu lassen. Aber in Wermelskirchen, Burscheid und Leichlingen sparen die Bürger nicht bei ihren Ausgaben im Bildungsbereich. "Darüber sind wir natürlich froh. Aber wir sind nun mal auch nicht der große Kostenverursacher", so Miesen.

Wo kann noch gespart werden?

Dennoch sitzt der VHS-Direktor in diesen Tagen über den Büchern. Sucht nach Einsparungsmöglichkeiten. Denn die Kommunen machen Druck, würden am liebsten ihre Verbandsumlage angesichts der eigenen schwierigen Finanzsituationen weiter reduzieren. Der Haushaltsentwurf 2010 wurde im Dezember in der Verbandsversammlung zwar eingebracht, aber sofort wieder zurückgestellt. Im Frühsommer soll dann darüber entschieden werden.

Bis dahin hoffen die Kommunalpolitiker aus den drei Städten, dass sich die "Drittmittel-Situation" verbessert hat – sprich: höhere Summen vom Arbeitsamt wie auch aus der EU für Berufsqualifikationsprojekte fließen werden, um die Volkshochschule zu finanzieren. Immer natürlich dabei im Blick, die eigenen Beiträge reduzieren zu können.

Für Miesen und seine 14 hauptamtlichen Mitarbeiter ist ein halbes Jahr ohne verabschiedeten Haushalt natürlich lästig. Es muss nicht nur sparsamer gewirtschaftet werden, sondern alle Ausgaben müssen aufwändig begründet werden. "Kurse fallen aber deshalb nicht aus", so Miesen.

(RP)