Wermelskirchener „Rock am Markt“: Tolle Atmosphäre beim Musikspektakel

Wermelskirchener „Rock am Markt“: Tolle Atmosphäre beim Musikspektakel

Zwei Tage gab es unterm Weihnachtsbaum bei "Rock am Markt" viel Musik. Auch der hoffnungsvolle Nachwuchs nutzte seine Chance und präsentierte sich auf der Talentbühne. Er schrieb schon die ersten Autogramme auf Bierdeckel.

"Rock am Markt" ist ein Erfolgskonzept. Das Festival lebt von den 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern an der Bonkasse, in den Getränkeständen sowie beim Auf- und Abbau. Und "Rock am Markt" ist eine ureigene Wermelskirchener Geschichte als Nachfolgeveranstaltung der Bewerbungen um die Austragung für eine Radioveranstaltung. Zu Letzterer kam es nie, die Konsequenz ist ein deutlich besseres Ergebnis: Denn "Rock am Markt" ist keine Eintagsfliege, sondern inzwischen eine auf Dauer angelegte Veranstaltung. Rund 2000 Besucher bei diesem Projekt vom Marketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) am vergangenen Wochenende sprechen eine eindeutige Sprache - das ist eine Abstimmung mit den Füßen.

Mit der Talentbühne am Samstagnachmittag gelang "Rock am Markt" ein Coup: Sowohl auf Seiten des Publikums als auch auf der Bühne wächst der musikalische Nachwuchs heran. Junge Musiker aus der Musikschule und der Jugendarbeit der Kattwinkelschen Fabrik bestritten in wechselnden Formationen gut eine Stunde Programm auf der Bühne. "Wir wollen das etablieren, dass hier Nachwuchs auftritt. Als Juca-Leiter kann ich das gut aus der Perspektive der Kids sehen, weil ich im Jugendcafé mit denen zu tun habe", betonte WiW-Geschäftsführer André Frowein. Und der Vorsitzende der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk), Michael Dierks, stellte kurzerhand fest: "Das ist der Nachwuchs, der demnächst die Stadt musikalisch aufmischen wird."

Frowein ließ sich von den Nachwuchsmusikern nach deren Auftritt auf einem Bierdeckel Autogramme geben und motivierte die Talente: "In zwei oder drei Jahren steht ihr mit eigener Band abends zur Primetime auf der Bühne." Zu den Nachwuchsakteuren zählten Laura Gierlich (16 Jahre), Marie-Joelle Grammeth (17), Joanna-Marie Kittsteiner (16), Tom Schauerte (18) und Fabian Stoßberg (19). Sie musizieren und komponieren seit einem halben Jahr unter der Leitung von Kolja Pfeiffer und Sihna Maagé in der Katt.

"radioSHOKK" fetzte am Samstagabend dann so
"radioSHOKK" fetzte am Samstagabend dann so richtig los. Foto: Peter Meuter
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"Wir zittern immer noch vor Aufregung, haben aber die Nervosität in positive Energie umgewandelt", sagten die Jugendlichen nach ihren Auftritten: "Das ist ein Glücksgefühl. Wir sind total froh, dass wir die Gelegenheit bekommen haben, hier aufzutreten." Laura Gierlich versuchte, die Freudentränen zu unterdrücken: Sie bekam von der achtjährigen Alessia ein selbstgemaltes Plakat geschenkt, dass das Kind während des Auftritts von Laura in die Höhe gestreckt hatte. Darauf war zu lesen: "Laura, du bist die beste Cousine auf der ganzen Welt." Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann machte sich im Vorfeld von noch Sorgen angesichts der NRW-weiten Unwetterwarnungen.

Die Veranstalter hatten am Freitagabend noch Schirme aufgestellt, die jedoch nicht aufgeklappt werden mussten, am Samstag stellte WiW die Schirme erst gar nicht mehr auf. Als in der Nacht zu Sonntag der Starkregen einsetzte, war schon abgebaut. Die lauen Sommerabende muteten wie Urlaubsflair an. Mit ihren Latin-Klängen passte der Auftritt von "Casa d' locos" am Freitag dazu wie "Faust auf Auge". Der zweite Hauptact "radioSHOKK" am Samstag überzeugte dank herausragender Musiker mit einem "vollen Brett", das dem Namen "Rock am Markt" alle Ehre machte.

Mit 15 Freunden besuchte Hendrik Purkhardt das Festival unter dem Naturweihnachtsbaum. Der Wermelskirchener feierte seinen 31. Geburtstag: "Das passt genau. Wir haben erst zuhause mit der Familie gefeiert und dann sind wir losgezogen."

(RP)